german galleries / index cities / index galleries / index artists / index Munich
Alte Pinakothek
Barer Str. 27
80333 München
Tel. 089 - 23805-216, Fax 089 - 23805-222
Di - So 10 - 17 Uhr, Di zusätzlich bis 20 Uhr
info@pinakothek.de
www.pinakothek.de
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
08.05. - 07.09. 2008
Ulrich Loth. Ein deutscher Maler zwischen Caravaggio und Rubens
Ulrich Loth (um 1600 - vor 1663) war nach Peter Candid der bedeutendste Münchner Maler des 17. Jahrhunderts. Als Schüler Candids wirkte er bei der Ausmalung der Residenz unter Kurfürst Maximilian I. von Bayern mit. Dieser ermöglichte dem Künstler eine vierjährige Reise nach Italien. An den Münchner Hof zurückgekehrt, verarbeitete Loth die Eindrücke italienischer Kunst und zählte zu den ersten Nachfolgern Caravaggios in Deutschland. Spätere Werke indessen lassen die intensive Auseinandersetzung mit der hochbarocken Bildsprache des Peter Paul Rubens erkennen.
Caravaggeske Halbfigurenbilder, Altargemälde in wichtigen Münchner Kirchen (Frauenkirche, Hl. Geist, St. Peter), großformatige Historienszenen zur Ausstattung des Alten Schlosses Schleißheim sowie Andachtsbilder bilden das weite Spektrum von Loths Oeuvre. Aus historischer Sicht ist seine Malerei als künstlerischer Ausdruck der gegenreformatorischen Bestrebungen des bayerischen Kurfürsten Maximilian I. zu werten.
Die Ausstellung spürt diesem außergewöhnlichen deutschen Künstler erstmals nach und stellt sein Werk in ganzer Breite vor. Diese erste monographische Werkschau wird von einem Katalog mit umfassendem Werkverzeichnis begleitet und leistet damit einen Beitrag zur Erforschung der oft wenig beachteten deutschen Malerei zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges.
ALTDEUTSCHE MALEREI DIE NEUEN SÄLE DER ALTEN PINAKOTHEK
Altdeutsche Malerei ab 15. März wieder vollständig zu sehen
Cranach, Holbein, Burgkmair, Pacher und Baldung Grien werden pünktlich zum Osterfest wieder die Besucher und Freunde der Alten Pinakothek in aller Vollständigkeit erfreuen. Die Schätze der Altdeutschen Malerei präsentieren sich jetzt neu im Westtrakt des Klenze-Baus. Mit der aufwendigen Neueinrichtung der Erdgeschossräume der Alten Pinakothek haben die Altdeutschen Meisterwerke eine neue Heimat gefunden.
Im großen Mittelsaal XII, bekannt von den Ausstellungen über Leonardo und Murillo, wurde eine überraschende architektonische Lösung gefunden, die das Herzstück der neuen Einrichtung aufnimmt: den Südtirol-Saal mit dem Kirchenväteraltar und weiteren Werken Michael Pachers. In neu geschaffenen intimeren Raumeinheiten finden die überwiegend kleinerformatigen Gemälde von Hans Baldung, Lucas Cranach d. Ä., Martin Schaffner und Bernhard Strigel ihren Platz. Einige Gemälde des berühmten Historienzyklus Herzog Wilhelms IV. sind hier ausgestellt. Prachtvolle Einzelwerke feiern die Landschafts- und Farbenkunst der so genannten Donauschule, die im Obergeschoss der Alten Pinakothek in den Werken Altdorfers ihren Höhepunkt findet.
Der Bayern-Schwaben-Saal XI zeigt die monumentalen Altäre Martin Schaffners und Hans Holbeins d. Ä. aus Wettenhausen und Kaisheim, präsentiert gleichzeitig ein halbes Jahrhundert bayerischer Malerei zwischen Gabriel Angler und Jan Polack.
Der Augsburg-Saal XIII, der auch dem Hofer Altar Hans Pleydenwurffs und einzelnen Werken Lukas Cranachs d. Ä. Raum bietet, zeigt das anrührende Bildnis Konrad Rehlingers mit seinen acht Kindern (1517) von Bernhard Strigel. Dieses einfühlsame Gruppenporträt stellt das früheste ganzfigurige bürgerliche Bildnis in der deutschen Malerei dar. Der Augsburg-Saal XIII zeigt darüberhinaus prachtvolle Altarretabeln von Hans Burgkmair. Nur für kurze Zeit ist hier auch Lucas Cranachs d. Ä. »Zug durchs Rote Meer (Untergang des Pharao)« aus dem Jahr 1530 ausgestellt, eines der seltenen alttestamentarischen Werke in der Altdeutschen Kunst. Das Bild ist nach seiner durch die Hypo-Kulturstiftung im Jahr 2005 ermöglichten Restaurierung zum ersten Mal seit 75 Jahren wieder in der Alten Pinakothek zu sehen!
Als zusätzliche Osterüberraschung wird nur bis etwa Mitte April im Saal XIII das beliebte Bild »Christus als Schmerzensmann« von Rueland Frueauf d. Ä. gezeigt, das zu einem Feiertagsspaziergang durch die neuen Säle einlädt. Darstellungen der »Auferstehung Christi« findet man auch gleich nebenan auf dem Hofer Altar und auf dem Kaisheimer Altar Holbeins d. Ä. (Saal XI); Staunen erwecken die »Grabwächter« Bernhard Strigels (Saal XII).
Vor fast drei Jahren mussten die mehr als 120 Gemälde von Pacher und Polack, Cranach, Baldung, Holbein und Burgkmair dem neuen Ausstellungsbereich am Klenzeportal im Ostriegel des Gebäudes weichen; sie kamen ins Depot. Im neu einzurichtenden Westtrakt waren in der Zwischenzeit Fenster zuzusetzen, Wände zu bauen und die technische Einrichtung der Säle musste auf den neuesten Stand gebracht werden.
Mit der Neueinrichtung der Erdgeschossräume im Westtrakt hat die Altdeutsche Malerei nun wieder auf Dauer ein neues Domizil gefunden.
Alle Gemälde sind in dem neuen Katalog »Altdeutsche und Altniederländische Malerei« beschrieben und erstmals mit den normalerweise nicht sichtbaren Tafelrückseiten sofern diese bemalt sind farbig abgebildet (29,80 ¤).
Alte Pinakothek, Erdgeschoss West, Saal XI bis XIII. Zugang über den Museumsshop oder durch die Brueghel-Kabinette. Ab 15. März geöffnet.