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Baukunst GalerieTheodor- Heuss- Ring 7
50668 Köln
Tel. 0221 - 771 33 35, Fax 0221 - 771 33 10
art@baukunst- galerie.de
Di - Fr 10 - 18.30 Uhr, Sa 11 - 18 Uhr und nach Vereinbarung
KONTAKTPERSONEN / CONTACT PERSONS:
Jutta Müller, M.A. (Geschäftsführung)
Anja Buck, M.A.
Leonie Stachelscheid, M.A.
www.baukunst-galerie.de
www.artnet.com/baukunst.html
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KünstlerInnen der Galerie / artists of the gallery
über die Baukunst Galerie / about Baukunst Galerie
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
//english version below//
19.06. - 23.08. 2008
Christian Gieraths
Urban Stills
Christian Gieraths
Sprungturm / Havanna, 2004
C-Print auf Dibond
145 x 120 cm
Auflage 6 (+ 2 A.P.)Image:
Christian Gieraths
Sprungturm / Havanna, 2004
C-print on Dibond
145 x 120 cm
Edition of 6 (+ 2 A.P.)
Die Baukunst Galerie eröffnet am Mittwoch, dem 18. Juni 2008 von 19.00 bis 21.00 Uhr mit Urban Stills" eine große Einzelausstellung mit Arbeiten des deutschen Fotografen Christian Gieraths. Dr. Stefan Gronert, Kurator am Kunstmuseum Bonn, wird eine Einführung in sein künstlerisches uvre geben. Da es sich um die erste Ausstellung des Künstlers in der Galerie handelt, wird durch eine pointierte Auswahl von C-Prints und Pigmentdrucken ein Querschnitt seines jungen, jedoch bereits sehr umfassenden fotografischen Werkes zu sehen sein.
Der 1976 in Köln geborene Christian Gieraths studierte nach Kunstgeschichte, Philosophie und Kulturwissenschaften von 1999 bis 2005 an der Freien Kunstakademie in Münster in der Klasse von Ulrich Erben Bildende Kunst. Parallel dazu begann er 2001 ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf in der Fotoklasse von Thomas Ruff. Nach Abschluss seines Studiums und einem Meisterschülerjahr bei Daniele Buetti wurde er 2006 mit dem 1. Förderpreis für Bildende Kunst der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit ausgezeichnet. Das Westfälische Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster nahm diese Auszeichnung zum Anlass, ihm von 2006 bis 2007 eine Einzelausstellung mit dem Titel Cityscapes" zu widmen, zu der ein umfangreicher Katalog erschienen ist. Darüber hinaus waren seine Fotografien 2006 zusammen mit Werken von Künstlern wie Andreas Gursky, Thomas Ruff, Boris Becker und Jürgen Klauke in der Wanderausstellung Fotokunst aus 60 Jahren" im Museum der Stadt Ratingen, den Flottmann-Hallen Herne und der Galerie Münsterland in Emsdetten zu sehen. Bis zum 10. August dieses Jahres wird seine aktuelle Serie pastime paradise" im RWE-Turm in Dortmund präsentiert.
Christian Gieraths bereist Städte in aller Welt und benennt nach diesen seine fotografischen Serien. Dabei interessieren ihn insbesondere jene Orte, in denen er Spuren des Umbruchs findet, sei dieser historischer, politischer oder ästhetischer Natur: Der Kur- und Badeort Sotschi, zu dem er im Jahr 2000 für seine erste Serie reiste, war bereits im 19. Jahrhundert ein Heilbad im Zarenreich, wurde unter der Sowjetherrschaft zu einer ideologisch aufgeladenen Idealwelt umgebaut und im Zuge der Globalisierung mit einer an amerikanischen Standards orientierten Infrastruktur versehen. Ähnliche Veränderungen reizten ihn an dem 2002 bereisten Bukarest, in dem der kommunistische Diktator Nicolae Ceaus¸escu ganze Altstadtviertel abreissen ließ, um sich mit dem Palast der Republik" ein Denkmal zu setzen. Solche Transformationsprozesse lassen sich auch in Havanna (2004) mit seiner verfallenen kolonialen Pracht und den Monumenten der kubanischen Revolution festmachen, ebenso wie in Kapstadt (2004), in dem die ökonomischen Verbesserungen nach dem Ende der Apartheid trotz aller Sanierungsprogramme immer noch auf sich warten lassen. In Tokio (2005) ist es das Aufeinandertreffen von Tradition und Modernität, das ihn interessiert und im Westen der USA die Schnelllebigkeit der Grundstücksspekulationen und Unterhaltungsindustrie in Hollywood und Las Vegas, die der Künstler zum Anlass seiner aktuellsten Serie pastime paradise" (2006) nimmt.
Den touristischen Voyeurismus lässt Christian Gieraths ins Leere laufen, ebenso wie inhaltliche, soziologisch-ethnologische Interessen. Obgleich seine Bilder dokumentarische Tendenzen zeigen, sind die bereisten Orte für ihn vor allem ein Vehikel, um Brüche und Tendenzen der Verfremdung und Austauschbarkeit aufzuspüren. Das Einzelbild ist nicht nur Teil einer Serie, sondern auch autonom zu betrachten. Die Titel Hauseingang", Rote Stühle", Schwimmbad" oder Sprungturm" verweisen auf die vermeintlich austauschbaren Innen- und Außenräume, durch die der Künstler mittels Aussparung und Formalisierung einen indirekten Zugang zu den bereisten Orten findet.
Diese Destillate seines subjektiven Zugriffs auf eine Stadt (Urban Still") erproben das Zusammenspiel von Wahrnehmung, Blick und Idee. Sie kommen unspektakulär und still daher und beeindrucken durch fast typographisch komponierte Flächen mit minimalen Farb- und Strukturverschiebungen. In Abgrenzung zu der Becher-Schülerin Candida Höfer will Christian Gieraths in seinen Bildern Emotion und Expressivität nicht ausschließen, sondern in Form von Atmosphäre erzeugen. Ihre expressive Farbigkeit und Lichtgebung verdanken die analog erstellten Fotografien seinem langjährigen Experimentieren mit Filtern, Filmen und Fotopapier. Der Künstler arbeitet nur mit vorhandenem Licht in Innenräumen dauert es bis zu einer Minute bis er die Blende schließt. Befreit von der Standardisierung der Wahrnehmung durch trivialisierte Stereotype öffnet er Räume des Sehens, löscht das Narrative zugunsten einer kontrollierten Konstruktion der Tonwerte von Licht und Farbe. Dabei erhalten seine Bilder manchmal eine cineastische Qualität, die an Filme von David Lynch erinnert. Es ist jedoch vor allem die Sensibilität und Sinnlichkeit eines malerischen Auges, die Christian Gieraths in einzigartiger Weise mit fotografischer Präzision und Oberflächenbehandlung zu verbinden weiß.Eröffnung der Ausstellung AM MITTWOCH, DEM 18. JUNI 2008
VON 19.00 BIS 21.00 UHREs spricht Dr. Stefan Gronert, Kunstmuseum bonn
19 June to 23 August 2008
Christian Gieraths
urban stills
The Baukunst Galerie opens on Wednesday, the 18th of June 2008 from 7 to 9 p.m. "Urban Stills" a large solo-exhibition of works by the German photographer Christian Gieraths. Dr. Stefan Gronert, curator at the Kunstmuseum Bonn, will give an introduction in his artistic uvre. Thus it is the first exhibition of this artist at the gallery an accented selection of c-prints and pigment prints will demonstrate the width of his young but very copious photographic work.
Christian Gieraths, born in 1976 in Cologne, studied art history, philosophy and cultural sciences from 1999 to 2005 and afterwards fine art at the Art Academy in Münster in the class of Ulrich Erben. In 2001 he started parallel studies at the Art Academy Düsseldorf in the photography class of Thomas Ruff. After his exam and his master year overseen by Daniele Buetti he was awarded with the first prize of the GWK Subsidy Award of Fine Art by the Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit. The Westphalian State Museum of Art and Cultural History in Münster took that award as a cause to devote him a large solo-exhibition entitled "Cityscapes" from 2006 to 2007, which was accompanied by an eclectic catalogue. Furthermore in 2006 his photos were also shown together with works by artists as Andreas Gursky, Thomas Ruff, Boris Becker and Jürgen Klauke in the touring exhibition "Fotokunst aus 60 Jahren" in the Museum of the City of Ratingen, the Flottmann-Hallen in Herne and the Galerie Münsterland in Emsdetten. This year until the 10th of August his current series "pastime paradise" is presented at the RWE-Tower in Dortmund.
Christian Gieraths travels to cities all over the world and names his series after those towns. Thereby he is especially interested in those, which bear traces of historical, political or aesthetic change: The cure and bathing resort Sochi, which he visited for his first series in 2000, has already been a spa of the czardom in the 19th century. Under the rules of the Sovjet it was rebuilt to an ideological charged ideal world and at last in the course of the globalization it was provided with an infrastructure as measured by American standards. Similar alterations excited him at the perambulated Bukarest in 2002, where the communistic dictator Nicolae Ceaus¸escu demolished whole areas of the Old Town, in order to raise a monument for himself in the form of the "Palace of the Republic". Such processes of transformation can also be detected in Havanna (2004) with its ruinous colonial pomp and the monuments of the Cuban revolution as well as in Kapstadt (2004) where the economic improvements are a long time coming after the end of the apartheid in spite of all the rehabilitations programs. In Tokyo (2005) it is the juxtaposition of tradition and modernity that evoked his interest. In the West of the United States the rapid development of the real estate speculations and of the entertainment industry in Hollywood and Las Vegas inspired the artist to his latest series "pastime paradise" (2006).
The touristy voyeurism is not gratified by the works of Christian Gieraths, nor interests in sociological or ethnological contents. Thus his images show documentary aspects, the toured cities are first and foremost vehicles to search for breaks and tendencies of alienation and exchangeability. The single photo is not only a part of a series, but should also be considered as an autonomous image. The titles "Hauseingang (Entrance)", "Rote Stühle (Red Chairs)", "Schwimmbad (Swimming Pool)" or "Sprungturm (Diving Platform)" refer to alleged exchangeable indoor and outdoor spaces. By cutting out and formalizing certain areas the artist finds an indirect access to the toured cities.
These distillates of his subjective access to a city ("Urban Still") improve the interaction of perception, view and idea. They impress in an unspectacular and calm way by their almost typographical composed areas with minimal shifts of shades and structure. In contrast to Becher student Candida Höfer Christian Gieraths does not exclude emotion and expression from his pictures, but generates them in form of atmosphere. The expressive coloring and illumination of his analogue photos is due to the artist's longtime experiments with filters, films and photographic paper. The artist exclusively works with preexisting light in indoor rooms it can last up to a minute until he closes the aperture. Free from the standardization of our perception by trivialized stereotypes he opens up spaces of vision and negates the narrative in aid of a controlled construction of the tonal values of light and color. In this process his photos sometimes gain a cinematic quality reminding of films by David Lynch. Though above all it is the sensitivity and sensuality of a pictorial eye, that Christian Gieraths joins with photographic precision and surface treatment in an inimitable way.opening on wednesday, the 18th of june 2008
from 7 p.m. to 9 p.m.Introduction: Dr. Stefan Gronert
kunstmuseum bonn