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GAK

Gesellschaft für Aktuelle Kunst e.V.
Teerhof 21 (Weserburg)
28199 Bremen
Tel. 0421 - 50 08 97; Fax 0421 - 59 33 37
Di - So 11 - 18 Uhr, Do bis 21 Uhr, Mo geschlossen
GAK-Bremen@t-online.de
www.gak-bremen.de
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition

Neue Öffnungszeiten: Di-So 11-18 Uhr, Donnerstags bis 21. 00 Uhr

 


16.12. 2005 - 08.01. 2006

Wörter Sex Schnitt.

Rolf Dieter Brinkmann

Er sei der erste deutsche Popautor, urteilt Herbert Kapfer über den akustischen Nachlass von Rolf Dieter Brinkmann. Anlässlich des 30. Todestages 2005 des 1940 in Vechta geborenen Grenzgängers hat er zusammen mit Katarina Agathos und Maleen Brinkmann fast elf Stunden Originaltonbandaufnahmen des Dichters aus dem Jahr 1973 herausgebracht und zwar weitgehend unbearbeitet.

Fünf >Readytapes" erschließen die radikale Experimentierfreude Brinkmanns. Drei Monate lang lotete dieser die Grenzen des Mediums aus: Lautpoetisch, aktionistisch oder durch Montage. Jede Stimmung und Situation wird schonungslos dokumentiert. Monologe mit dem Mikrofon, Textimprovisationen, Schaben, Pusten, kratzen am Gerät, mit dem Sohn spielen und herumalbern, den Stand seines Kontos bei der Stadtsparkasse Köln vorlesen, auf der Straße und in Kneipen provozierende Fragen stellen aber auch schonungslos mit sich selbst sein. Rauschen, Huster, Versprecher alles, was bei der Aufbereitung gewöhnlich weg geschnitten oder unterdrückt wird, ist ihm willkommenes Gestaltungsmittel. Kurzum: Faszinierende situative Präsenz.

Seine Gedichte aus dem Band >Westwärts 1 2" erprobte er in Cambridge erstmals vor Publikum. Einfach >wie Songs" sollten sie sein, heißt es im Vorwort. Einfach klangen sie in Wahrheit nie. Aber dass sie dem RocknRoll abgelauscht waren, lässt sich noch heute hören z.B. auf dem unter dem Titel >The Last One" herausgegebenen Mitschnitt seiner letzten Lesung 1975.

Die Ausstellung präsentiert den Hörkosmos Brinkmann sowie die komplette Sammlung seiner Publikationen aus dem Archiv Udo Seinsoth, Bremen, in denen er mit Texten und Bildern experimentiert. Sie spürt der Erweiterung der traditionellen Definitionsgrenzen von Literatur in verschiedene Richtungen nach. Rolf Dieter Brinkmanns Vorstöße zur Bildcollage und zur Sound Art sind ein prägnantes Beispiel für artverwandte Entwicklungen in Literatur und Bildender Kunst. Die Ausstellung versucht, diese parallelen Universen zusammen zu führen.

Wir danken Brigitte und Udo Seinsoth, Maleen Brinkmann, dem Rowohlt Verlag und dem Bayerischen Rundfunk für die freundliche Unterstützung.

 

TERMINE

ERÖFFNUNG
Donnerstag 15. Dezember 2005, 19 Uhr

FÜHRUNG
mit Udo Seinsoth, Antiquariat beim Steinernen Kreuz, Bremen
Dienstag, 20. Dezember 2005, 19 Uhr

 

KOMMENTIERTES HÖREN
mit Dr. Olaf Selg, Berlin
Sonntag, 8. Januar 2006, 16 Uhr

"Mich bedrängt von allen Seiten diese verdammte verfluchte Scheiß Realität", ruft der Schriftsteller Rolf Dieter Brinkmann im November 1973 aus. Dieser Alltagsrealität war Brinkmann auf der Spur, als er mit einem Tonbandgerät ausgerüstet für eine Rundfunksendung in seinem Kölner Umfeld akustisches Material sammelte. Im Frühjahr 2005 wurden davon 5 CDs unter dem Titel >Wörter Sex Schnitt" veröffentlicht. Die Aufnahmen rufen nicht nur die Hörspiele Brinkmanns wieder ins Gedächtnis, sondern knüpfen ebenso an seine collagierten Materialbände an, die allesamt in den frühen siebziger Jahren entstanden sind. Die Nachmittagsveranstaltung möchte anhand von Hörbeispielen einen Einblick in die akustischen Arbeiten Brinkmanns und ihre Stellung in seinem Gesamtwerk geben.

 

 

VORTRAG

Eine Passage zwischen Kunst und Kino
Prof. Dr. Winfried Pauleit, Universität Bremen
Donnerstag, 23. Februar 2006, 19 Uhr

Seit der Erfindung des Films gibt es Gemeinsamkeiten und Gegensätze zwischen bildender Kunst und Kino. Bildende Künstler haben Filme gedreht, während sich der Film zu einer Industrie entwickelte. Nach einer sehr wechselvollen Geschichte gibt es seit den 90er-Jahren wieder verstärkt Beziehungen und Verbindungen zwischen bildender Kunst und Kino. In diesem Spannungsfeld positioniert sich Ana Torfs mit ihren Arbeiten. Dabei geraten die üblichen Anordnungen durcheinander: Statische Bilder werden in zeitlichen Überblendungen aufgelöst, und das Kino ist bei Torfs nicht mehr eine dunkle Höhle, sondern ein weißer Raum mit schwarzer Leinwand.

Winfried Pauleit ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Bremen. Er ist Mitbegründer von www.nachdemfilm.de. Publikationen und Vorträge zu den Bereichen Film, Kunst und Medien. Zuletzt: "Filmstandbilder", Frankfurt am Main/Basel 2004.

 

 
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