german galleries / index cities / index galleries / index artists / index Leipzig
Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig
Karl-Tauchnitz-Str. 11
04107 Leipzig
Tel. 0341 - 14 08 10; Fax 0341 - 140 81 11
office@gfzk.de
Di - So 12 - 19 Uhr
Führungen So 15 Uhr und nach Vereinbarung
www.gfzk.de
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
20.06. - 17.08. 2008
Carte Blanche II
Leipziger Volkszeitung - LVZ-Kunstpreis + Sammlung
kuratiert von Andreja Hribernik und Barbara Steiner
KünstlerInnen: Claudia Angelmaier, Wolfram Ebersbach, Tamara Grcic, Falk
Haberkorn, Jörg Herold, Via Lewandowsky, Rosa Loy, Gerald Müller-Simon,
Neo Rauch, Daniel Roth, Yehudit Sasportas, David Schnell, Max Schwimmer,
Sebastian Stumpf, Andreas Wachter, Matthias WeischerIm Rahmen des Zweijahresprojektes >Carte Blanche< wird am 19.06.08,
19:00 Uhr, die Ausstellung der Leipziger Verlags- und
Druckereigesellschaft eröffnet. Diese widmet sich dem Kunstengagement
der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft: Neben einer Auswahl
von Kunstwerken, die im Verlaufe von mehreren Jahren zusätzlich zum
"LVZ-Kunstpreis" angekauft wurden, werden zum ersten Mal auch die
Erwerbungen aller Preisträger in der Galerie für Zeitgenössische Kunst
zu sehen sein.Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf dem "LVZ-Kunstpreis", der 1995
zum ersten Mal ausgelobt wurde. Anlass war das 100. Jubiläum der LVZ.
Der Preis wird an junge Künstler verliehen, die ein großes
Entwicklungspotenzial zeigen. Mit Ausnahme von drei Preisträgern ging
der Preis an in Leipzig lebende und arbeitende Künstler. Viele erlebten
in den folgenden Jahren eine breite internationale Anerkennung. Der
LVZ-Kunstpreis wird alle zwei Jahre vergeben. Er umfasst eine
Personalausstellung im Museum der bildenden Künste Leipzig, einen
Katalog und 10.000 Euro Preisgeld. Die Preisträger waren bisher: Via
Lewandowsky 1995, Neo Rauch 1997, Jörg Herold 1999, Tamara Grcic 2001,
Daniel Roth 2003, Matthias Weischer 2005 und Claudia Angelmaier 2007. Im
Jahr 2005 gab es zusätzlich einen Anerkennungspreis für Martin Kobe.
Heute zählt der LVZ-Kunstpreis zu den begehrtesten und renommiertesten
Auszeichnungen im Bereich der Gegenwartskunst.Neben den Arbeiten der Preisträger sind Werke u.a. von Wolfram
Ebersbach, Falk Haberkorn, Rosa Loy, Gerald Müller-Simon, Yehudit
Sasportas, David Schnell, Max Schwimmer, Sebastian Stumpf und Andreas
Wachter zu sehen.Hintergrundinformationen erläutern das Engagement der Leipziger Verlags-
und Druckereigesellschaft. Diese strukturieren und rhythmisieren den
Parcours durch die Ausstellung und lehnen sich im Erscheinungsbild an
Gestaltungsprinzipien an, wie sie auch in der LVZ zu finden sind. Das
große Fenster zur Karl-Tauchnitz-Straße wird von Kay Bachmann und
Philipp Paulsen gestaltet. In Kooperation mit der Leipziger Verlags- und
Druckereigesellschaft entwickeln sie eine Kommunikationsfläche nach außen.Die LVZ wurde schon 1894 mit einer Auflage von 11.000 Exemplaren von
Sozialdemokraten gegründet. Um 1914 war die LVZ das wichtigste
Sprachrohr des linken SPD
<http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialdemokratische_Partei_Deutschlands>-Flügels
um Rosa Luxemburg <http://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_Luxemburg>. Im Jahr
1933 verboten, entstand nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 eine neue
Druckerei und Redaktion. Bis zur Wende 1989 wirkte die LVZ als Organ und
Sprachrohr der SED-Bezirksleitung Leipzig. Heute sind an der Leipziger
Verlags- und Druckereigesellschaft mbH & Co. KG, welche die LVZ
herstellt, je zur Hälfte die Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG
und die Axel Springer Verlag AG beteiligt. Die zwei Verlage hatten die
Zeitung 1991 zu gleichen Anteilen von der Treuhand
<http://de.wikipedia.org/wiki/Treuhandanstalt>anstalt gekauft. Heute
erreicht die Tageszeitung mit neun regionalisierten Ausgaben knapp eine
Dreiviertelmillion Leser in Leipzig und Umgebung.Von 2008 bis Anfang 2010 widmet sich die GfZK privatem Engagement in der
Kunst. Elf Privatpersonen und Unternehmen sind eingeladen, ihre
Aktivitäten in Form von Ausstellungen darzustellen. Sie erhalten eine
>Carte Blanche<, d.h. es bleibt ihnen überlassen, wie sie die Aufgabe
interpretieren bzw. mit welchen KuratorInnen sie zusammen arbeiten
wollen. Im Gegenzug übernehmen sie die kompletten Kosten für ihr Projekt.
Die Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft hat sich für Andreja
Hribernik und Barbara Steiner, KuratorInnen der GfZK, entschieden. In
Zusammenarbeit mit Bernd Radestock und Birgit Rebeck wurde die
Ausstellung entwickelt.Eröffnung am 19.06.08, 19:00 Uhr
28.06. - 03.08. 2008Isabella Hollauf
Erholungsräume
kuratiert von Barbara Steiner
Am 27. Juni 2008 eröffnet die Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig
um 19 Uhr die Ausstellung "Erholungsräume" von Isabella Hollauf.
Isabella Hollauf setzt mit ihrer Arbeit am Verschwinden von einstigen
gesellschaftlichen Utopien an. Dabei interessiert sie sich nicht nur für
postkommunistische Länder, sondern auch für solche, die über Jahrzehnte
stark sozialistisch geprägt waren, wie Österreich oder Schweden. In Form
einer fotografischen Spurensuche verfolgt sie die manifesten
Veränderungen in den Wertvorstellungen, zeigt den einstigen utopischen
Anspruch und die triste Realität der Gegenwart. In der Leipziger
Ausstellung konzentriert sich Hollauf auf "Erholungsräume". Sie zeigt in
diesem Zusammenhang 56 Fotografien; die Werkgruppe "Oasen in Leipzig"
ist 2006 anlässlich eines mehrwöchigen Aufenthalts in Leipzig
entstanden. Im Rahmen der Ausstellung wird auch "Aquarena" (2007)
gezeigt. Dieser 35mm-Film entstand in Kooperation mit Josef Dabernig.
Eröffnung am 27.06.08, 19 h
09.02. 2008 - 11.01. 2009
KW - Hommage à Klaus Werner
Sammlungsausstellung 2008
mit Beiträgen von Olaf Nicolai, Carsten Nicolai, Tilo Schulz und Liam
Gillick sowie mit Werken aus der Sammlung der GfZK und Leihgaben von
Horst Bartnig, Ken Botto, Klaus vom Bruch, Holger Bunk, Carlfriedrich
Claus, Felix Droese, Hartwig Ebersbach, Thomas Florschuetz,* *Hermann
Glöckner, Rainer Görß, HAP Grieshaber, Gerhard Hoehme, Jenny Holzer,
Ilya Kabakov, Frank Maibier, Matschinsky-Denninghoff, Michael Morgner,
A. R. Penck, Neo Rauch, Maren Roloff, Tilo Schulz, Emil Schumacher, Timm
Ulrichs
Die Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig feiert 2008 ein
zehnjähriges Jubiläum: Am 16.05.1998 eröffnete Klaus Werner die GfZK in
der von Peter Kulka umgebauten Gründerzeitvilla. Mit diesem Ereignis
erfüllte sich ein lang gehegter Traum des Gründungsdirektors, ein Haus
für Gegenwartskunst in Ostdeutschland zu errichten. Mit den beiden
Ausstellungen [Collection 98], kuratiert von Klaus Werner, und
>/ONTOM/^twc <, kuratiert von Jan Winkelmann, wurde ein
programmatischer Auftakt gesetzt, der verschiedene Kunstbegriffe,
Arbeiten aus Ost und West und von verschiedenen Generationen verband.
Erste Überlegungen zu einem "Stiftermuseum für internationale und
aktuelle Kunst" stellte Klaus Werner bereits vor der Wende an. Während
einer Atelierreise des Gremiums Bildende Kunst des Kulturkreises der
deutschen Wirtschaft im BDI e.V. durch die DDR präsentierte er die Idee
des "Stiftermuseums für internationale und aktuelle Kunst" und fand in
Arend Oetker, dem Vorsitzenden des Gremiums Bildende Kunst, einen
Mitstreiter. Bei der Eröffnung der Ausstellung "Zeitzeichen" im Museum
der bildenden Künste Leipzig am 10.11.1989 wurde der Aufruf zur Gründung
dieses Stiftermuseums in die Öffentlichkeit getragen. Die Wende
ermöglichte dann schrittweise eine modifizierte Realisierung. Anfang der
1990er Jahre widmeten sich Klaus Werner und Arend Oetker mit großem
Enthusiasmus den politischen und ökonomischen Voraussetzungen für die
"Leipziger Galerie": Sie fanden MitstreiterInnen, gründeten den
Förderkreis und wurden in der Stadt aktiv. Mit der Eröffnung der
Herfurth'schen Villa begann das reguläre Ausstellungsprogramm, das eine
enorme Zahl von Präsentationen umfasste. Klaus Werner selbst kuratierte
etliche Ausstellungen, darunter die Gruppenausstellungen [Collection
98], [Collection 99] und [Collection 2000] und Einzelausstellungen von
Horst Bartnig, Michael Morgner und Neo Rauch. Mit einer Vielzahl an
Aktivitäten machte er innerhalb der ersten drei Jahre die GfZK national
und international bekannt. Sein Interesse war, wie in den Jahren zuvor,
auf neue Entwicklungen in der Kunst gerichtet, ohne ältere Positionen
aus dem Blick zu verlieren. Auch hier ging es ihm um Verbindendes.
Klaus Werner leitete die GfZK bis Ende 2000 und wurde danach Rektor an
der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.
Die Ausstellung KW ist eine von ihm selbst genutzte Abkürzung seines
Namens widmet sich diesem Lebensabschnitt des Kunstwissenschaftlers
und skizziert von den ersten Überlegungen in den späten 1980er Jahren
bis zu den programmatischen Manifestationen Ende der 1990er Jahre sein
außerordentliches Engagement für die zeitgenössische Kunst. Es sind
Werke zu sehen, die Klaus Werners Kunstverständnis verdeutlichen;
bestimmte Werkkonstellationen aus Ausstellungen werden rekonstruiert,
die er initiiert oder kuratiert hat, aus "Zone D" 1991 (Felix Droese,
Holger Bunk,* *Klaus vom Bruch, Michael Morgner, Hartwig Ebersbach,
Rainer Görß), "Leerstand" 1994 (Ken Botto, Thomas Florschuetz),
"Curator's Choise" 1995 (Neo Rauch, Maren Roloff im Goethe-Institut New
York), "KriegsZustand" 1996 (Jenny Holzer) und "Stimmen hinter der Tür"
1996 (Ilya Kabakov). Dabei geht nicht um eine Eins-zu-Eins-Nachbildung,
sondern um eine sichtbare Neuformulierung des jeweiligen vergangenen
Ausstellungszusammenhanges. Fragmente und Auslassungen spiegeln die
Unmöglichkeit einer lückenlosen historischen Rekonstruktion.
Vier Künstler, mit denen Klaus Werner zusammengearbeitet hat Olaf
Nicolai, Carsten Nicolai, Tilo Schulz, Liam Gillick , wurden
eingeladen, Beiträge zu entwickeln. Sie nehmen die Ausstellung zum
Anlass, auf verschiedenen Ebenen über Utopie zu reflektieren. Ein
ausgeprägtes Interesse an utopischem Denken im Sinne eines
Imaginativen und Möglichen findet sich nicht nur in deren Werk,
sondern zeichnet auch Klaus Werner aus, dessen Vorstellungen weit über
den jeweiligen Status Quo hinausreichten und sich nicht an den
Beschränkungen im Hier und Jetzt aufhalten ließen.
Die Ausstellung integriert Werke aus der Sammlung der GfZK, so von
Hermann Glöckner, Horst Bartnig, Frank Maibier, Carlfriedrich Claus und
Hartwig Ebersbach, auch der "Bilderspende" (Emil Schumacher, Gerhard
Hoehme, HAP Grieshaber), die von Klaus Werner ausgewählt wurden und den
Grundstock der Sammlung bilden. An diesen Entscheidungen lässt sich ein
deutliches Interesse ablesen, unterschiedliche künstlerische
Ausdrucksmodi, verschiedene Generationen sowie Ost- und Westpositionen
zu verbinden. Die ausgewählten Kunstwerke, Objekte und Dokumente bilden
Gruppierungen und Nachbarschaften; sie vermitteln Klaus Werners Praxis,
wichtige Gedanken, Strategien und Überzeugungen.
Im Jahr 2008 findet auch in Kooperation mit Herbert Schirmer und der
>Galerie parterre< in Berlin eine Ausstellung zu Klaus Werners Berliner
Zeit statt, als er Leiter der in der DDR wichtigen >Galerie Arkade< war.
Aus Anlass der Hommage erscheint darüber hinaus ein Buch über Klaus
Werner, herausgegeben von Barbara Barsch und Gabriele Muschter.
Eröffnung am 08.02.08, 19:00 Uhr
kuratiert von Heidi Stecker und Barbara Steiner
Ausstellungsgestaltung: Kay Bachmann und Philipp Paulsen
09.08. - 21.09. 2008
Kabinett I aus der Sammlung
kuratiert von Heidi Stecker
Viele Sammlungen enthalten Werke, die nicht ständig gezeigt werden
können, z.B. aus Gründen des Platzmangels und aus konservatorischen
Rücksichten. Zeichnungen, Fotografien, Blätter der verschiedensten
grafischen Techniken, Objekte und Multiples sind oft licht- oder
anderweitig empfindlich. Daher werden solche Werke oft in
Kabinettsausstellungen in einem kürzer wechselnden Rhythmus präsentiert.
Die GfZK hat jedoch kein spezielles grafisches Kabinett. Deshalb wird
die Reihe >Kabinett< einmal jährlich ausgewählte Arbeiten aus der
Sammlung der GfZK vorstellen und eine vertiefte Auseinandersetzung mit
ihnen ermöglichen, ohne sich auf Grafik zu beschränken.
So besitzt die GfZK von Carlfriedrich Claus mehrere durchaus fragile
Werke. Eine Zeichnung widmete Claus dem Künstler Albert Wigand. Das
Blatt mit dem anspielungsreichen Titel "Allegorischer Essay für Albert
Wigand. Ein kommunistisches Zukunftsproblem: Naturalisierung des
Menschen, Humanisierung der Natur" von 1965 ist Anlass, es mit drei
Grafiken von Wigand aus dem Bestand des Museums der bildenden Künste
Leipzig zu kombinieren.
Kabinett, der "kleine Raum", assoziiert aber auch Traditionen wie die
der Kunst- und Wunderkammern, aus denen viele Sammlungen und Museen
hervorgingen. An diese Wunderkammern erinnern Collagen von Kiki Smith.
"Kabinett" lässt ebenso an den Fachraum für den Schulunterricht denken.
Passend dazu übt sich Hanne Darboven systematisch mit ihren
"Weltansichten" mit Wandzeitungscharakter in Schreib-Exerzitien ein.
Die Ausstellung wird in dem Zusammenhang auch mehrere Arbeiten
präsentieren, die erst einmal oder noch nie in der GfZK ausgestellt
gewesen sind.
Mit Werken u.v. von Julius Bissier, Hans Brosch, Carlfriedrich Claus,
Hanne Darboven, Gunda Förster, Dieter Froelich, Martin Gerwers, Hervé
Graumann, Martin Greenhalgh, Frank Maibier, Alexej Meschtschanow, Olaf
Nicolai, Sigmar Polke, Inken Reinert, Christian Riebe, Karl Rössing,
Friedrich Schröder-Sonnenstern, Hendrik Silbermann, Kiki Smith, Auke de
Vries, Simone Westerwinter, Albert Wigand, Jun Yang
Dank an das Museum der bildenden Künste Leipzig.Lab I/GfZK-1
Eröffnung am 08.08.08, 19:00 h
30.08. 08 - 26.10.08, GfZK-2
Carte Blanche III:
"Gedichte der Fakten" Arbeiten aus der Sammlung Arend und Brigitte Oetker
Eröffnung am 29.08.08, 19:00 Uhr
kuratiert von Brigitte Oetker und Christiane Schneider in Zusammenarbeit
mit Barbara Steiner
Unter dem Titel "Gedichte der Fakten" zeigen Arend und Brigitte Oetker
Werke, die sie in den letzten 20 Jahren für ihre Sammlung erworben
haben. Als Ausstellungstitel wurde der Titel einer gleichnamigen Serie
von Fotoarbeiten Hanno Ottens gewählt, von denen zwei Teil der Sammlung
sind. Die beiden Arbeiten zeigen eine Auflistung der Bilanzsummen der
100 größten Wirtschaftsunternehmen Deutschlands. Die Information
wiederholt sich im zweiten Bild, während die Farbe von Orange zu Grün
wechselt. Die "Wirtschaftsfakten" werden von Otten ästhetisiert,
umgekehrt durchdringt die Auflistung der wirtschaftlichen Macht die
ästhetische Erfahrung. Die Wahl dieses Werktitels als Ausstellungstitel
kann insofern als programmatisch angesehen werden, da er ökonomische und
künstlerische Aspekte als untrennbar miteinander verbunden in Bezug
setzt, also auch zentrale Themen des Zweijahresprojektes "Carte Blanche"
an der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig transportiert, an dem
sich Arend und Brigitte Oetker beteiligen.Das Selbstverständnis von Arend und Brigitte Oetker als engagierte
Bürger und Sammler wird durch verschiedene Pole mitbestimmt. Das
Interesse an der Kunst verbindet sich mit dem Anspruch eines
gesellschaftlichen Wirkens und der Überzeugung, dass die Förderung von
Kunst und Kultur eine außerordentliche Verantwortung aller
gesellschaftlichen Kräfte, öffentlicher, aber auch privater ist.Die Ausstellung zeigt Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die für
Arend und Brigitte Oetker eine wichtige Rolle spielen, u.a. von Richard
Artschwager, Fikret Atay, John Baldessari, Alighiero Boetti, William
Copley, Peter Fischli und David Weiss, Dan Flavin, Ellen Gallagher, Isa
Genzken, Wade Guyton, Mike Kelley, Martin Kippenberger, Takehito
Koganezawa, Hanno Otten, Jorge Pardo, Blinky Palermo, Andreas Schulze,
Rosemarie Trockel, Franz West, David Zink Yi.
Gemeinsam ist den künstlerischen Positionen, dass sie durch den Einsatz
einfacher, auch alltäglicher Materialien, durch die Fragilität der
Setzungen oder auch durch Humor Vorstellungen von Repräsentation gezielt
unterlaufen und sowohl den Status des Künstlers/der Künstlerin als auch
des Werks immer wieder zur Disposition stellen.Im Verlag Walther König wird Anfang September 2008 ein Katalog zur
Ausstellung erscheinen. Er enthält Abbildungen aller ausgestellten
Arbeiten und Gespräche mit Brigitte und Arend Oetker von Kasper König,
Christiane Schneider und Barbara Steiner sowie Statements der
beteiligten KünstlerInnen.Am 26.09.08, ebenfalls um 19 Uhr, werden Brigitte und Arend Oetker mit
Kasper König und Barbara Steiner in der GfZK-2 über ihre Sammlung und
ihre Ausstellung in Leipzig sprechen.
>Carte Blanche<:
Von 2008 bis Anfang 2010 widmet sich die GfZK privatem Engagement in der
Kunst. Elf Privatpersonen und Unternehmen sind eingeladen, ihre
Aktivitäten in Form von Ausstellungen darzustellen. Sie erhalten eine
Carte Blanche, d.h. es bleibt ihnen überlassen, wie sie die Aufgabe
interpretieren bzw. mit welchen KuratorInnen sie zusammenarbeiten
wollen. Im Gegenzug übernehmen sie die kompletten Kosten für ihr Projekt.
Kurzbiographien:
Brigitte Oetker studierte Geschichte, Literatur und Kunstgeschichte in
Aachen und in Rom. Von 1984 bis 1990 arbeitete sie in Köln als
Geschäftsführerin des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e.V.
und des ARA Arbeitsring Ausland für kulturelle Aufgaben e.V. Seit 1989
gibt Brigitte Oetker im Auftrag des Kulturkreises den /Jahresring
Jahrbuch für moderne Kunst/ heraus. In Leipzig war sie zusammen von 1994
bis 1996 mit Mechthild von Dannenberg und Christiane Schneider
verantwortlich für das Projekt /Kunst in der Leipziger Messe/, für das
25 internationale KünstlerInnen permanente Installationen für das neue
Gelände der Leipziger Messe schufen. 1998 kuratierte Brigitte Oetker
gemeinsam mit Christiane Schneider die Ausstellung MAI 98 in der
Josef-Haubrich-Kunsthalle Köln. Seit 2007 hat sie eine Professur für
kreative Prozesse in der bildenden Kunst am Institut für Kultur- und
Medienmanagement in Hamburg inne. Darüber hinaus ist sie ehrenamtlich
tätig u.a. für das Künstlerhaus Villa Romana e.V. und das
Kunsthistorische Institut (Max-Planck-Institut), beide in Florenz.Arend Oetker ist Unternehmer. Er studierte Betriebswirtschaftslehre und
politische Wissenschaften in Hamburg, Berlin und Köln. Zahlreiche
Gründungen von Fördervereinen z.B. in Schleswig, Lübeck, Kiel,
Hildesheim, Bielefeld und auch der Freundeskreis des Busch-Reisinger
Museums in Harvard gehen auf seine Initiative zurück. Er ist in vielen
Gremien, Kuratorien und Institutionen ehrenamtlich tätig. Neben
wirtschaftlichen und politischen Ämtern engagiert er sich als Präsident
des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft, als Vorsitzender im
Gremium Bildende Kunst im Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI
e.V. und als Vorsitzender im Aufsichtsrat der Berliner Philharmonie
GmbH, beide Berlin. Er ist u.a. Mitglied des Kuratoriums der Peter und
Irene Ludwig Stiftung, Aachen, und der Deutschen Stiftung Musikleben,
Hamburg. Arend Oetker hat gemeinsam mit Klaus Werner 1990 den
Förderkreis der Galerie für Zeitgenössische Kunst gegründet und ist
heute Vorsitzender des Stiftungsrats der GfZK.Christiane Schneider studierte Kunstgeschichte, Germanistik und
Philosophie in München, Bonn und Köln. Sie arbeitet seit 1992 als
Kuratorin und war von 1994 bis 1997 Co-Kuratorin von /Kunst in der
Leipziger Messe/ sowie 1998 von MAI/ /98 in der
Josef-Haubrich-Kunsthalle in Köln. Seit 1990 verfasst sie Beiträge für
Ausstellungskataloge und Kunstmagazine (u.a. Afterall, frieze,
Metropolis M) und ist als Herausgeberin und Mitherausgeberin von
Publikationen tätig. In diesem Zusammenhang war sie 1994
Gastherausgeberin von /sunshine/, dem "Jahresring 41", dem von Brigitte
Oetker herausgegebenen Jahrbuch für moderne Kunst, und Mitherausgeberin
der Publikationen, die das Projekt /Kunst in der Leipziger Messe/
begleiteten. Nach einer Assistenz am Dia Center in New York (2001) war
Christiane Schneider von 2002 bis 2004 als Exhibitions Director der
Galerie Haunch of Venison in London für die Ausstellungen und
Publikationen der Galerie verantwortlich. In dieser Zeit realisierte sie
u.a. Ausstellungen von Rachel Whiteread, Diana Thater, Jorge Pardo,
Richard Long, Thomas Nozkowski und Andy Warhol und kuratierte/ Animals/,
eine Gruppenausstellung mit 17 KünstlerInnen zum Thema des
Mensch-Tier-Verhältnisses. Seit Herbst 2005 leitet sie
/westlondonprojects/, einen nichtkommerziellen Ausstellungsraum in
London. Hier zeigte sie u.a. Einzelausstellungen von Sue and Hayley
Tompkins, Takehito Koganezawa, Wade Guyton, Simon Dybbroe Møller, Joan
Jonas, Ján Mancuska, Manfred Kuttner und Karla Black.
Direktorin: Dr. Barbara Steiner