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Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen
Regierungsstraße 4-6
39104 Magdeburg
Tel. 0391 - 56 50 20, Fax 56 50 255
Ausstellungen: Di- So 10-17 Uhr, Bauwerk: Di- So 10-18 Uhr,
Bibliothek: Di - So 10-16 Uhr
presse@kunstmuseum-magdeburg.de
www.kunstmuseum-magdeburg.de
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
14.06. - 14.09. 2008
Rashid Johnson
Newgro - Sharpening my Oyster Knife
Rashid Johnson ist in Chicago aufgewachsen. Er gehört zu einer jungen Generation afroamerikanischer Künstler, die auf äußerst kritische Weise die Suche nach den Wurzeln ihrer kulturellen Herkunft zum Grundthema ihrer künstlerischen bzw. gesellschaftlichen Auseinandersetzung machen.
Johnson sagt z.B.: "Wir werden in diesem Land beinahe als Fremde behandelt, so entwickeln wir eine Sprache, die beinahe fremd ist. Das ist der Ursprung von Slang oder von urbanen Dialekten." Wie aber ist es für einen Künstler möglich, individuelle Strategien zu entwickeln, gebunden an die eigene Ethnie, wo doch die Wegmarken der Kunst lange Zeit beinahe ausnahmslos von Weißen gesetzt wurden? Bedeutet Respekt vor Leistungen der "weißen" Avantgarde schon Verrat am Blackness ("Schwarz-Sein"), und wie äußert sich Blackness, wenn es nicht zwangsläufig von der Straße oder aus der Armut kommt sondern aus der intellektuellen Mittelschicht des ausgebildeten Künstlertums?
Die künstlerischen Strategien Johnsons sind offen in den Mitteln und Techniken. Sie reichen von Fotografie, Malerei und Skulptur bis zu Performance, und sie gehen darüber hinaus, dringen ein in kulturelle Alltagsformen von Kommunikation, Sprache und Musik. Sie sind ästhetisch unangepasst und politisch provokant. Johnsons künstlerische Äußerungen stehen in der Bindung an die Subkultur der Schwarzen, an Graffiti und Rap, aber sie basieren nicht auf emotionaler Expression sondern auf intellektueller Reflexion. Sie nutzen die künstlerische Autonomie als Basis künstlerischer Attacken, um sich in gesellschaftlichen Konventionen zu verhaken, um die darin verdeckte enthnisch-kulturelle Unterdrückung und Gedankenlosigkeit zu entlarven, um Blackness zu stärken und um jeder Art ethnischer Missachtung anzuprangern.
Die Ausstellung wird eine ganze Reihe neuer Werke zeigen, die Johnson speziell für Magdeburg, seine erste Personalausstellung in Europa, herstellen wird. In den letzten zwei Jahren wurden Werke des Künstlers von wichtigen öffentlichen Sammlungen in den USA erworben, so vom Whitney Museum of Art/New York, Chicago Art Institut, Seattle Art Museum.
Rashid Johnson wurde 1977 geboren und lebt in New York.
28.09.2008 - 25.01. 2009
Standort Alltag
Die Ausstellung begibt sich auf die Suche nach der Balance zwischen der allumfassenden Präsenz von Bildern und ihrer tatsächlichen inhaltlichen Wirkung in unserer alltäglichen Realität.
Kann die Kunst wirklich in die Realität eindringen, wollen Bilder Realität widerspiegeln? Wo beginnen und wo enden Bildinformationen und wie werden sie generiert? Wenn die Grenzen zwischen den Images der Warenwelt, der Nachrichtenindustrie und des Betriebssystems Kunst fließend werden oder schwinden, ist es notwendig, diese Fragen zu stellen, zumal der globale Hintergrund dieser Phänomene immer lokale Auswirkungen hat.
Parallel zur marktorientierten Entwicklung der Gegenwartskunst gilt es gerade in jüngster Zeit wieder verstärkt, das Interesse für künstlerische Positionen zu wecken, die sich einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Alltäglichen, der Notwendigkeit einer sozialen Anbindung der Kunst stellen.
Die Ausstellung will in der Gegenüberstellung einige solcher Positionen zwischen Dokumentarfilm, Video, Fotografie und Malerei präsentieren. Ganz bewusst werden internationale künstlerische Positionen ausgewählt, an deren Beispiel sich etwas zeigen lässt von der Balance, derer es bedarf, den Betrachter für gesellschaftlich relevante Situationen einzunehmen, ohne ideologisch zu agitieren. Auf der Grenze zwischen Alltäglichkeit und Absurdität, zwischen ungewohnten Zugängen zu Vertrautem und gewohnten Sichtweisen auf Unbekanntes wird ein neuer Weg für die Bedeutung eines musealen Ortes der Gegenwart aufgezeigt.
09.03 . - 22.06. 2009
Norbert Prangenberg
Venustas et Fortuna
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