german galleries / index cities / index galleries / index artists / index Munich


Städtische Galerie im Lenbachhaus

Luisenstraße 33
80333 München
Tel. 089 - 23 33 20 00; Fax 089 - 23 33 20 04
täglich außer Mo 10 - 18 Uhr
lenbachhaus@muenchen.de
www.lenbachhaus.de
über das Lenbachhaus
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition

 

Franz von Lenbach bis 6.4.2008
Gerhard Merz, Mondo Cane ab 12. 4.2008

Der große Umbau des Lenbachhauses rückt näher: Das Haus wird nach Plänen von Foster + Partners saniert und erweitert. Deshalb wird ab März 2009 die Städtische Galerie im Lenbachhaus für zwei Jahre geschlossen sein. Voraussichtlich 2012 wird das neue Museum eröffnet.

Während der Sanierung wird die gesamte Sammlung ausgelagert. Damit die sachgerechte Betreuung der Kunstwerke garantiert ist, muss dies in Etappen geschehen. Einzelne Sammlungsbereiche werden also schon bald zum letzten Mal zu sehen sein, bevor sie für rund vier Jahre in die Dunkelheit der Depots ziehen.

Die Repräsentationsräume von Lenbachs Villa werden mit der im Jahr 1999 rekonstruierten üppigen Ausstattung noch bis zum 6. April 2008 zu sehen sein. Ab dem 12. April 2008 wird bis zur Schließung des Hauses Gemälde aus Gerhard Merz' Werkzyklus Mondo Cane in den historischen Räumen gezeigt, für die er im Rahmen des Ausstellungsprojekts aktuell '83 geschaffen worden ist.

PROGRAMM

Kostenlose Kuratorenführungen durch wissenschaftliche Mitarbeiter des Lenbachhauses, Eintritt ins Museum: 6 Euro / 3 Euro

Keine Voranmeldung erforderlich, Treffpunkt Kasse Lenbachhaus
Melanie Horst: Franz von Lenbach, 6.3.2008, 16 Uhr
Karin Althaus: Franz von Lenbach, 1.4.2008, 16 Uhr
Helmut Friedel: Gerhard Merz, 17.4.2008, 12.30 Uhr

 

12.04. - 14.09. 2008

RHYTHMUS 21 - Positionen des Abstrakten

 

HEINZ BUTZ
LUCIO FONTANA
GÜNTER FRUHTRUNK
RUPPRECHT GEIGER
ISA GENZKEN
LIAM GILLICK
RAIMUND GIRKE
GERHARD VON GRAEVENITZ
MICHAEL HEIZER
HANS HOFMANN
ON KAWARA
ELLSWORTH KELLY
NORBERT KRICKE
SARAH MORRIS
ROMAN OPALKA
ARNULF RAINER
GERHARD RICHTER
HANS RICHTER
SEAN SCULLY

Abstraktion kann, wie sie in der Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde, als eine Loslösung der bildnerischen Mittel von der Wiedergabe eines Gegenstandes aufgefasst werden. In dieser Entwicklung ist eine sich ins Extreme steigernde Selbstreflexion der Kunst zu beobachten. Ausgangspunkt und titelgebend für die Ausstellung ist der erste Film des Dadaisten Hans Richter "Rhythm 21" aus dem Jahr 1921. In diesem Werk aus der ersten Jahrhunderthälfte ist ein Verständnis von Abstraktion artikuliert, welches die Geometrie und die Konstruiertheit abstrakter Formen in den Vordergrund stellt. Darin unterscheidet es sich von einer Abstraktion, welche die expressive Umformung des sinnlich Wahrnehmbaren ins Subjektive und Geistige betreibt. Ein solches Verständnis liegt etwa den Werken Wassily Kandinskys zugrunde, die in der Sammlung des Lenbachhauses prominent vertreten sind und am Anfang einer Geschichte der Abstraktion in der Moderne stehen. In der Kunst nach 1945 wurde die Abstraktion als bewusste Bezugnahme auf die Bestrebungen der Moderne wieder aufgenommen. Die abstrakte Malerei wurde insbesondere während des "Kalten Krieges" in den westlichen Staaten als Weltsprache der Kunst und als Ausdruck der Freiheit propagiert. Hierbei sind beide Stränge der Artikulation von Abstraktion ­ Expression und Konstruktion ­ zu verfolgen, wobei in der Ausstellung ein Schwerpunkt auf letzterem liegt: Ein plastisches Werk von Norbert Kricke nimmt auch in seiner Farbgebung sichtbar auf Positionen der konstruktivistischen Klassischen Moderne Bezug. Von Gerhard von Graevenitz werden kinetische Arbeiten präsentiert, die in der Bewegung die abstrakten Formen, ähnlich wie bei Hans Richter, mit einer zeitlichen Wandlung verbinden. Weitere Künstler, unter anderem Günter Fruhtrunk, Ellsworth Kelly, Arnulf Rainer und Gerhard Richter, sind mit monochromen Gemälden und Farbfeldmalereien vertreten. In neueren Arbeiten von Liam Gillick und Sarah Morris sind die Traditionen konstruktivistischer, geometrischer Abstraktion der Moderne wieder aufgenommen. Auf diese Weise wird der Titel der Ausstellung auch als Ausblick auf neue Formen der Abstraktion am Beginn des 21. Jahrhunderts gewendet.

Kuratoren: Helmut Friedel, Matthias Mühling

Eröffnung
Freitag, den 11. April 2008, 19 Uhr im Lenbachhaus

 

 

 

26.04. - 03.08. 2008

Sarah Morris

Seit Mitte der 1990er Jahre ist Sarah Morris international für ihre
komplexen abstrakten Gemälde und ihre Filme bekannt, die aus der genauen
Beobachtung von Architektur und Psychologie der städtischen Umgebung
entstehen. In den Gemälden verwendet sie Farben und Geometrien, die sie
sowohl mit dem spezifischen ästhetischen Vokabular und der Farbpalette
einer Stadt, als auch mit deren Charakter und Geschichte verbindet. Die
Filme von Sarah Morris sind gleichzeitig als Dokumentation und
Biographie einer Stadt aber auch als nicht-narrative Fiktion zu
verstehen. Sie verhandeln kritisch die Bedeutung von Architektur,
politischer Herrschaft und die ästhetische Spannung zwischen Ökonomie
und Politik.
Das Lenbachhaus zeigt als Premiere den siebten Film von Sarah Morris. Es
ist der zweite Film (nach /Robert Towne/, 2005), bei dem Morris nicht
mehr das panoramatische Bild einer Stadt, sondern das Porträt eines
Bürgers in den Mittelpunkt stellt. Dr. Georg Sieber war 1972 der
leitende Psychologe des Ordnungsdienstes bei der Olympiade und der
Münchner Polizei. Am Morgen des 5. September 1972, als Mitglieder der
Terrorgruppe Schwarzer September die israelische Mannschaft angriffen
und als Geiseln nahmen, war Georg Sieber in der Conollystraße anwesend.
Seine Position gab er später an diesem Morgen auf. Georg Sieber war vom
Internationalen Olympischen Komitee und der Münchner Polizei angestellt
worden, um Szenarien zu entwerfen, wie die Olympischen Spiele gefährdet
werden könnten, und die Sicherheitsdienste entsprechend vorzubereiten.
Eines der von ihm erstellten Szenarien, dasjenige mit der Nummer 26, war
eine nahezu exakte Vorhersage dessen, was sich dann tragischer Weise
ereignete. Georg Sieber entwirft eine differenzierte Analyse der
Ereignisse dieses Tages. In der Montage von /1972/ verknüpft Sarah
Morris das Interview mit Georg Sieber mit Bildern polizeilicher
Überwachung von Demonstranten und archivierter Fotografien der
Olympischen Sommerspiele von 1972 sowie mit Ansichten des
eindrucksvollen Olympiaparks in München. Der Film, auf 35 mm gedreht,
verhandelt das Verhältnis von Projektion und Planung und dessen
möglichem Fehlen an einem konkreten historischen Beispiel. Er zeigt eine
subjektive Sicht auf die Ereignisse von 1972, die sich ästhetisch wie
inhaltlich von den gängigen Darstellungen unterscheidet.
Die Münchner Spiele der XX. Sommer Olympiade 1972 sollten der Welt ein
neues, demokratisches und optimistisches Bild von Deutschland zeigen,
wie es sowohl im offiziellen Motto der "heiteren Spiele" als auch im
visionären und farbenprächtigen Design von Behnisch und Aicher zum
Ausdruck kam. Die Berichterstattung über das Scheitern von 1972 verhalf
dem Terrorismus auf die Weltbühne und veränderte sichtbar dessen Rolle
in den Medien.

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau freut sich sehr, die
Premiere von /1972/ präsentieren zu können.

Kurator: Matthias Mühling

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in der Verlagsbuchhandlung Walther
König mit einem Essay von Diedrich Diederichsen und gestaltet von Liam
Gillick, Euro 16,80, ISBN 978-3-86560-460-6


21.06. 2008 - September 2008

FAVORITEN 2

 

 

25.10.08 - 8.3.09

Wassily Kandinsky

 

 

german galleriesindex citiesindex galleriesindex artists