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Villa MerkelVilla Merkel / Bahnwärterhaus
Pulverwiesen
73726 Esslingen am Neckar
Tel. 0711 - 35 12 61; Fax 0711 - 35 12 29 03
(Fax from USA 49 - 711 - 35 12 89)
www.villa-merkel.de
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
14.03.- 18.05. 2008
Kein Licht für wen - die 70er, 80er und 90er Jahre in der Graphischen Sammlung der Stadt Esslingen am Neckar
1953 begründet Oberbürgermeister Dr. Dieter Roser die Graphische Sammlung der Stadt Esslingen am Neckar. Seither wird sie kontinuierlich ausgebaut. Ausstellungen machen in loser Folge Segmente der gut 3.000 zusammengetragenen Grafiken, Zeichnungen und Fotografien des 20. und 21. Jahrhunderts einem breiten Publikum zugänglich. kein licht für wen rückt Schätze der 1970er bis-90er, vor allem der -80er Jahre ins Licht!
Erinnerungen werden geweckt, die in der Rückschau ein Jahrzehnt des schlechten Geschmacks beschreiben mögen. Dinge wie Pulswärmer setzen sich als modische Accessoires durch und Ina Deter macht sich singend auf die Suche nach neuen Männern für das Land. Nicht zuletzt markieren die Achtziger einen Abschnitt, in dem der Kunstmarkt in bis dahin kaum gekannter Weise durch einen enormen Boom gekennzeichnet ist. Es herrscht sprichwörtlicher »Hunger nach Bildern«, durchaus nach figurativen.
Auch Malerei aus Deutschland hat Höhenflüge.Gezeigt werden Grafiken und Zeichnungen von: Attersee, Georg Baselitz, Walter Dahn, Antonius Höckelmann, Jörg Immendorf, Martin Kippenberger, Per Kirkeby, Meret Oppenheim, A. R. Penck und anderen.
Eröffnung am Freitag, 14. März, 18.30 Uhr.
Mai 2008Anna Kolodziejska
Zwischen nicht Notwendigem und nicht Unmöglichem inszenieren die Arbeiten von Anna Kolodziejska vibrierende Irritationen, die wundersames Staunen auslösen wie kommt es, dass die vier Beine eines Tischs in Vasen enden? Und welch ein augenzwinkernder Kommentar zum "Standbein-Spielbeinproblem" der klassischen Skulptur, wenn eines der vier Stuhlbeine um 180° gedreht dem Objekt wieder angeheftet ist. Kaum zu glauben ist zudem, dass 40 Kilogramm Daunen in eine ganz normale Federdecke passen prallst gefüllt steht diese nun aus eigener Kraft im Raum.
25.04. - 25.05.2008
Esslinger Kunstverein
08.06 - 03.08.2008
5000 Jahre moderne Kunst - Painting, Smoking, Eating
eine Gruppenausstellung zur aktuellen Malerei mit:
Michael Bauer, Lutz Braun, Georganne Deen, Matthias Dornfeld, Sebastian Hammwöhner, Peter Stauss, Marcus Weber, Andre Butzer, Nicole Eisenman, Neil Farber, Richard Hawkins, Dana Schutz, Stefan Ettlinger, Djordje Ozbolt,
und die Einzelausstellung
Katie Holten
Eröffnung (zusammen mit der Einzelausstellung der 1975 in Dublin geborenen, irischen Künstlerin Katie Holten): 8. Juni 2008
"Die Freiheit lädt die Künstler ein, am 22. Salon der Unabhängigen teilzunehmen" heißt ein Bild von Henri Rousseau aus dem Jahre 1906, auf dem der Maler im Gespräch mit Odilon Redon zu sehen ist, während hinter den beiden unendliche Kolonnen von Malern und Malerinnen in den Pariser Glaspalast einziehen. Aus heutiger Sicht bekommt dieses Bild angesichts des schon unglaublich lange anhaltenden Malereibooms eine verblüffende Aktualität. Es ist bemerkenswert, dass seit einiger Zeit bei einer Gruppe von jetzigen Malern immer öfters Namen wie Redon, Ensor, Bonnard, Munch oder auch Vuillard als Vorbilder genannt werden. Zu diesen "Äleren Meistern" gesellen sich Namen wie Guston (spät), Baselitz (früh), Bengtsson, Kitaj, Hockney, Katz, Thek, Saul und Dubuffet (mitsamt der Cobra-Gruppe), die großen Einfluss zu haben scheinen. Auffällig ist, dass alle genannten Referenznamen als Außenseiter gelten, die erst mit zeitlicher Verzögerung ihre Wirkung entfaltet haben. Die Rückbesinnung auf starke Einzelpositionen, die im Unterholz abseits der markierten Wanderwege aufgespürt werden, und ein wiedererwachtes, ernsthaftes Interesse für "peinture" jenseits des Diktats von Trends und Moden sind deutlich zu sehen. Die Mischung von Groteske, Expressionismus, Exotismus, Art Brut und Romantik einerseits sowie ein bunter Topf gefüllt mit "subkulturellen" Bilderbastarden andererseits prägt die verbindende Basis der in der Ausstellung "5000 Jahre moderne Kunst" vertretenen Kunstschaffenden.
Das mag zunächst verwundern, da Malerei seit den 1960er Jahren von der Auseinandersetzung mit Bildern aus den Massenmedien (Warhol, Gerhard Richter) und seit den 1990er Jahren von konzeptuellen Retrostrategien (Kippenberger, Majerus, Scheibitz, Abts, Grotjohan) sowie der Neorealomalerei (Leipziger Schule, Currin) dominiert wird. Die Konsequenzen, die sich aus der so genannten Bilderflut für die Malerei ergeben haben (z. B.: das Analysieren und Imitieren von perfekten fotorealistischen Oberflächen.; die Möglichkeiten der digitalen Bildmanipulation;
der postmoderne Rückgriff auf verschiedene Epochen der Kunstgeschichte, der unterschiedlichste figürliche und abstrakte Replikanten erzeugt hat), scheinen auf den ersten Blick für die in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen und Künstler keine Rolle zu spielen. Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass Ihre Reaktion auf die beschriebene massenmediale Bilderwelt eine vollständig andere ist. Ein neuartiger Bilderkosmos wird erzeugt, indem heterogene Komponenten wie High & Low, Handwerk & Hightech, Vergangenheit & Gegenwart miteinander verschmelzen. Dadurch bekommen schon bekannte Formalismen neue Bedeutungen. Es entsteht ein komplexes Geflecht von Querbezügen, das neue Inhalte und neuartige Bilder entstehen lässt. Auch eine Vorliebe fürs Gemachte und für eine persönliche Handschrift, ohne dabei konzeptuelle Sicherheitsnetze und ironische Hintertürchen zu benützen, zeichnet sich deutlich ab. Als Reaktion auf gegenwärtige politische und gesellschaftliche Verhältnisse ist dies subtiler und vielschichtiger als die sich im Abmalen von Pressefotos erschöpfende, so genannte neue Historienmalerei. In den letzten Jahren hat es an Ausstellungen, die ein weitgefächertes Spektrum an zeitgenössischer Malerei vorgestellt haben bestimmt nicht gefehlt. Eine Ausstellung mit einer konzentrierten Auswahl von Maler/innen, die den beschriebenen New Spirit in Painting vertreten, bietet hingegen wunderbare Möglichkeiten, über die Zukunft der Malerei zu rätseln.Kuratoren: Andreas Baur und Marcus Weber