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ifa-Galerie Berlin

Linienstr. 139 / 140
10115 Berlin
Tel 030 / 22679616, Fax 22679618
fischer@ifa.de
Di - So 14 - 19 Uhr
http://www.ifa.de
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition

Wegen einer geschlossenen Veranstaltung bleibt die ifa Galerie Berlin am 24. September 2002 geschlossen.
Am 28. September 2002 ist die Galerie bis 21 Uhr geoeffnet.

 

23.08. - 13.10.2002


Russische Avantgarde
"Angriff"

Michail Tschernischow

Angriff

Arbeiten von 1961-2002

Moskau / New York


Mit der Ausstellung "Angriff - Michail Tschernischow - Arbeiten von 1961 bis 2002" setzt die ifa-Galerie Berlin die Reihe "Russische Avantgarde" fort, die in loser Folge wichtige Kuenstlerinnen und Kuenstler vorstellt, die in der Untergrund-Kunstszene der sowjetischen Gesellschaft agierten. In dieser Reihe waren Einzelausstellungen von Igor & Svetlana Kopystiansky im Jahr 1998, von Dmitri Prigov 1999 und 2001 von Viktor Pivovarov zu sehen.

Michail Tschernischow, 1945 geboren, war in den 60er Jahren der juengste und zugleich eigenwilligste und radikalste der russischen Avantgarde-Kuenstler Moskaus; die ifa-Galerie Berlin zeigt in Zusammenarbeit mit der Galerie Sandmann die erste Retrospektive des heute in New York lebenden Kuenstlers. Der Titel der Ausstellung "Angriff" hat in juengster Zeit Brisanz und Aktualität erlangt; Tschernischow setzte sich jedoch schon seit Beginn seiner kuenstlerischen Arbeit mit militärischer und staatlicher Gewalt auseinander. Er widmet sich der Untersuchung geometrischer Formen, die er bewusst in Fortfuehrung des russischen Suprematismus durchfuehrt; dabei thematisiert er vor allem den sowjetischen Militarismus und den Zusammenhang von Macht und Zeichen. Seine Radikalität und Unangepasstheit brachten ihm mehrere Aufenthalte in sowjetischen psychiatrischen Anstalten ein; 1980 konnte er schliesslich in die USA uebersiedeln.

1988 veroeffentlichte Michail Tschernischow in New York unter dem Titel "Moskau 1961 - 1967" in russischer Sprache seine Ansichten zur Kunst und zu den geistesgeschichtlichen Zusammenhängen, aus denen heraus sie entstanden ist. In intensivem Selbststudium erwarb er sich in sowjetischen Bibliotheken tiefgreifende Kenntnisse ueber die Kunst der Moderne, die ihm nicht nur Anregung fuer seine Arbeit gab, sondern ihn schon bald seine eigene Richtung erkennen liess. Dass dieser von Tschernischow gewählte Weg zu sozialer Isolation und zur Konfrontation mit jeglicher, vor allem aber mit staatlicher Autorität fuehrte, ist zwar nicht explizit Thema seiner Aufzeichnungen, wird aber anhand der am Rande geschilderten Begleitumstände deutlich. Tschernischows Buch erscheint im Zusammenhang mit dieser Ausstellung in der UEbersetzung von Olga Radetzkaja erstmals in deutscher Sprache und ist Teil des Kataloges.

Die Ausstellung der ifa-Galerie Berlin besteht aus drei Teilen. Zum Einen wird die Wohnungsausstellung in der M.-Bronnaja-Str. (1961) und die Ausstellung "Der rote LKW" (1962) in der Wohnung von M. Roginskij rekonstruiert; die Installation im zentralen Bereich der ifa-Galerie Berlin konfrontiert den Betrachter unmittelbar mit der Spannung einer Attacke, die ästhetisch an den Suprematismus anknuepft und Arbeiten der 70er bis 90er-Jahre zeigt. Zum Anderen werden die neuesten Arbeiten des Kuenstlers zu sehen sein.

Zwei Video-Filme Tschernischows, "The State of Suprematism" von 1984 und "Operation Gewitter", von 2002 ergänzen die Ausstellung.

Es erscheint ein 40-seitiger Katalog und das Buch von Michail Tschernischow "Moskau 1961-67" in deutscher Fassung, uebersetzt von Olga Radetzkaja zum Preis von 12 EUR.

Zur "Langen Nacht der Museen" am Samstag, dem 31. August 2002 bleibt die Galerie bis 2 Uhr geoeffnet. Zum Galerierundgang Berlin-Mitte am Samstag, dem 28. September 2002 bleibt die Galerie bis 21 Uhr
geoeffnet.

Freitag, 23. August 2002, 17 Uhr
Fuehrung mit der Kuratorin der Ausstellung, Dr. Marina Sandmann
Der Kuenstler wird anwesend sein.

Weitere Fuehrungen
Samstag, 7. September 2002
Samstag, 28. September 2002
jeweils um 15 Uhr
mit Karlheinz Wegmann

Donnerstag, 12. September 2002, 19 Uhr
ifa-Galerie Berlin
Vortrag von Antje Schiffers
"Bin in der Steppe"
Bericht einer Kuenstlerin, die von April bis Juli 2002 Russland,
Kasachstan und Kirgisien bereiste (in Zusammenarbeit mit dem
Kunstverein Wolfsburg)

 

 

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