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Frankfurter Kunstverein
Steinernes Haus am Römerberg
Markt 44
60311 Frankfurt am Main
Tel. 069 - 28 53 30
Fax 069 - 219 314 11
Di - So 11-19 Uhr
post@fkv.de
www.fkv.de
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
07.06. - 07.09. 2008
The Great Transformation - Kunst und taktische Magie
In den letzten Jahren zeigt sich in der westlichen Welt ein verstärktes Interesse an Spiritualität und den Möglichkeiten, unter Berufung auf transzendentale Kräfte einen gesellschaftlichen Wandel zu erwirken. Die gegenwärtige westliche Kultur ist eine bizarre Mischung aus einer rationalen, in der Aufklärung begründeten Basis und Anflügen von spirituellem Wahn. Das Paranormale übt einen unübersehbaren Reiz aus, was sich beispielsweise in den vielen Wahrsagershows und Mystery-Serien in den Fernsehprogrammen spiegelt.
Die Gruppenausstellung "The Great Transformation Kunst und taktische Magie" im Frankfurter Kunstverein vereint Arbeiten von internationalen Künstlerinnen und Künstlern, die sich der Magie als einer semiotischen Übung bedienen, um beispielsweise sozialen Wandel zum Ausdruck zu bringen und kritisch zu untersuchen. Dabei bezeichnet taktische Magie' eine große Palette möglicher künstlerischer Praktiken, die auf Themen der Magie zurückgreifen, um über gesellschaftsrelevante Fragen nachzudenken.
The Great Transformation" präsentiert neben Arbeiten bekannter Positionen wie Allen Ruppersberg und Mike Kelley zahlreiche Arbeiten jüngerer Künstler, die eigens für die Ausstellung Arbeiten entwickeln werden und die deutlich machen, wie Magie den Blick auf die Gesellschaft und ihre Kommunikationsformen auf die Probe stellen kann. Das Thema der Magie eröffnet darüber hinaus neue Perspektiven auf die Organisation von Raum sowie die Grauzone zwischen Rationalem und Irrationalem. Auf der Suche nach neuen Visualisierungsformen, neuen Kanälen der Kommunikation sowie kulturellen Aktionen ist sich die aktuelle Kunstproduktion der ideologischen Problematik im Umgang mit okkulten Praktiken bewusst. Einige junge Künstler und Künstlerkollektive setzten diese daher ganz gezielt als kritisches Element zur Erweiterung ihres künstlerischen Spektrums ein.
Das von Aaron Gach gegründete Künstlerkollektiv Center for Tactical Magic" (CTM) aus Berkley, USA, hat sich beispielsweise zum Ziel gesetzt mit seinen Projekten und Workshops im öffentlichen Raum schlummernde Energien zu aktivieren, um einen positiven sozialen Wandel zu evozieren. Die direkte Einbeziehung des Publikums spielt dabei eine wesentliche Rolle für das Kollektiv. In breit angelegten Analysen und Experimenten zieht die Gruppe praktischen Nutzen aus der Methode der taktischen Magie, mit denen aktiv Einfluss auf individuelle, kommunale und grenzüberschreitende Ebenen genommen werden kann.
Eine Analyse magischer Praktiken unternimmt die Videoarbeit des nordamerikanische Konzeptkünstlers Allen Ruppersberg (*1944). Er untersuchte das Thema Magie in den frühen 1970er Jahren. Seine Videoarbeit A Lecture on Houdini (For Terry Allen) (1971) zeigt den Künstler selbst wie er in eine Zwangsjacke gekleidet vor der Kamera einen Vortrag über den großen Magier und Entfesslungskünstler Harry Houdini hält. Durch seine Darstellung der Figur des Magiers, rückte Ruppersberg zudem die im Rahmen spiritueller Praktiken oft behandelte Auseinandersetzung mit Leben und Tod in das Blickfeld der Kunst.
Der französische Künstler Aurélien Froment untersucht im Rahmen unterschiedlicher Personenporträts unter anderem den Aspekt der Magie und analysiert besondere professionelle Fähigkeiten im Umgang und Einsatz von Bildmaterialien. In Froment's Film Théâtre de poche, der im November 2007 entstand und der thematisch mit einem umfangreichen Buchprojekt verknüpft ist, zeigt ein Zauberer Kartentricks und Bilder, die in der Luft zu schweben scheinen. Ebenso wie der Zauberkünstler die Fotos, Karten und Bilder über eine für den Zuschauer unsichtbare Fläche schiebt, wird er selbst im Film mit samt seiner Umgebung auf einer imaginären Achse verschoben. Hierdurch entsteht für den Betrachter eine zusätzliche Illusion, denn die Bewegungen des Zauberers vor der Kamera verschwimmen mit dem Schwenken der Kamera und den mit den technischen Möglichkeiten des Filmtricks erzeugten Verschiebungen.
Die künstlerischen Arbeiten und Installationen der Ausstellung The Great Transformation" konfrontieren den Betrachter oft weniger mit dem tatsächlich Sichtbaren, als mit seinem eigenen sinnlichen und intuitiven Empfinden. Die Werke eröffnen vielfältige mediale Wahrnehmungsebenen als neue Möglichkeiten der Kulturanalyse. Sie erweitern die auf eigene Erfahrungswelten übertragbaren Bedeutungen und bieten auf diese Weise Chancen des Widerstandes gegen eine mediale Domestizierung."The Great Transformation Kunst und taktische Magie" präsentiert unter anderem Werke von Jonathan Allen, Center for Tactical Magic, Roberto Cuoghi, Claire Fontaine, Aurélien Froment, Mike Kelley, Joachim Koester, Maria Loboda, Goshka Macuga, Michelle di Menna, Eduardo Navarro, Olivia Plender, ride.1, Allen Ruppersberg, Kerstin Stoll, Joanne Tatham & Tom O'Sullivan, Banks Violette und Adrian Williams.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher und englischer Sprache mit Essays von Lars Bang Larsen, Simon During und Chus Martínez; herausgegeben von Chus Martínez.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit MARCO, Museo de Arte Contemporánea de Vigo und wird dort vom 19. September 2008 bis zum 11. Januar gezeigt.
The Great Transformation" wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung von:
American Center Foundation
Hessische KulturstiftungWeitere Förderer sind:
bdap - bureau des arts plastiques; Cultures France; Ambassade de France en Republique Federale d'Allemagne
The Danish Arts Foundation
Pressevorbesichtigung: 6. Juni 2008, 11.00 Uhr
Eröffnung: 6. Juni 2008, 19.oo Uhr
07.06. - 07.09. 2008
10 Reasons to be a Member - #16 Trompe-l'oeil Polizei"
Der Frankfurter Kunstverein freut sich, in der kommenden Woche im Rahmen des Begleitprogramms der Ausstellung 10 Reasons to be a Member - #16 Trompe-l'oeil Polizei" neben zwei weiteren Filmabenden am Dienstag, den 1. Juli und Freitag, den 4. Juli (jeweils ab 19 Uhr) das "Realism"- Gespräch zwischen Johannes Raether (Künstler), Kerstin Stakemeier (Kunsthistorikerin) und Hito Steyerl (Künstlerin) am Sonntag, den 6. Juli um 16.30 Uhr anzukündigen. Außerdem findet am Mittwoch, den 2. Juli 2008 um 19 Uhr das letzte Künstlergespräch vor der Sommerpause in der Reihe "When Kittens become Cats" statt. Zu Gast ist Dani Jakob.
Veranstaltungen im Begleitprogramm zur Ausstellung
10 Reasons to be a Member - #16 Trompe-l'oeil Polizei"
Montag, 23. Juni, 19 Uhr: Filmabend
Mittwoch, 25. Juni, 19 Uhr: Künstlergespräch
Anschließend ab 20:45 Uhr Übertragung des Fußball-Halbfinales
Der Frankfurter Kunstverein freut sich, eine Filmreihe im Rahmen der Ausstellung Trompe-l'oeil Polizei" am Montag, den 23. Juni zu eröffnen. Um 19.oo Uhr präsentiert die Realism Working Group" der Free Class Frankfurt/M den Film "Symbiopsychotaxiplasm: Take One" von William Greaves. Außerdem findet am Mittwoch, den 25. Juni 2008, um 19 Uhr das nächste Künstlergespräch in der Reihe "When Kittens become Cats" mit Kerstin Stoll statt. Anschließend wird das Fußball-EM-Halbfinale um 20.45 Uhr im Café im Kunstverein übertragen!
Montag, den 23. Juni 2008, 19.00 Uhr
"Symbiopsychotaxiplasm: Take One"
Ein Film von William Greaves, 1968, 70 min"Symbiopyschotaxiplasm: Take One" wurde von dem viel geschätzten Independent-Filmemacher William Greaves produziert, der neben Dokumentarfilmen auch durch Spielfilme und Fernsehprogramme bekannt wurde. Er engagierte sich für afroamerikanische Belange in der amerikanischen Gesellschaft, befasste sich aber auch eingehend mit den Regeln des Kinofilms an sich. "Symbiopyschotaxiplasm" ist ein Versuch, mit dem Film-im-Film" Format zu experimentieren. Greaves drehte den Film im New Yorker Central Park und überließ es seinem Team, die Entwicklung des Films zu bestimmen. So sieht man z. B. ein Pärchen, dass immer wieder das Szenario eines Ehebruches übt, oder ein Filmteam, dass eine Dokumentation über jenes Team dreht, dass wiederum die Schauspieler filmt. Durch die komplexe Struktur der unterschiedlichen filmischen Ebenen widersetzt sich die Arbeit Greaves jeglicher Kategorisierung.
Filmdauer: 70 Min.
Weitere Filme im Rahmen der Ausstellung werden an den folgenden Terminen um 19.00 Uhr gezeigt:
Dienstag, 1. Juli:
Tout va bien" von der Dziga Vertov Group (Jean-Luc Godard, Jean-Pierre Gorin), 1972Freitag, 4. Juli:
Always love your man (Ama l'Uomo Tuo)" von Cara Cara DeVito, 1975 / Letter to Jane" von der Dziga Vertov Group (Jean-Luc Godard, Jean-Pierre Gorin), 1972Dienstag, 29. Juli:
Blue" von Dereck Jarman, 1991Donnerstag, 31. Juli:
Southland Tales" von Richard Kelley, 2006
When Kittens become Cats
Mittwoch, 25. Juni, 19.00 Uhr
Künstlergespräch - Kerstin StollKerstin Stoll (*1969) hat an der Hochschule für Gestaltung sowie an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg studiert. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Computer generierten Collagen, Rauminstallation und Skulpturen. Jüngst hat sie sich mit verschiedenen Brennverfahren und Lasuren von Keramik auseinandergesetzt und amorphe Skulpturen entwickelt. Ausgangspunkt dafür ist ein Interesse für die alchemistische Mystik, die in der Auseinandersetzung mit den Naturelementen ein fundamentales Wissen über die Welt suchte. Die Wissenschaft der Technik und der Natur stehen in Stolls Arbeiten in einem ambivalenten Verhältnis, das zwischen Wahrheitsversprechen und Geheimwissenschaft changiert. Stolls Arbeiten waren zuletzt in Gruppenausstellungen im Harburger Bahnhof in Hamburg, in der Galerie Elizabeth Dee und Tanya Bonakdar in New York sowie in der Galerie Hauff in Stuttgart vertreten. 2006 präsentierte sie ihre Arbeiten in der Galleria Laurin in Zürich in einer Einzelausstellung. Kerstin Stoll ist mit zwei ihrer Arbeiten an der aktuellen Gruppenausstellung "The Great Transformation Kunst und taktische Magie" (7. Juni - 7. September 2008) im Frankfurter Kunstverein präsent.
Künstlergespräch in deutscher Sprache.
Der Eintritt ist frei.
Ort: Café im Kunstverein, Frankfurter KunstvereinDie Kittens-Reihe bietet jungen sowie etablierten Künstlern im Café im Kunstverein" regelmäßig ein Forum, um die Entstehung, Hintergründe oder Ergebnisse ihrer Arbeit unabhängig von Ausstellungszusammenhängen in einer offenen informellen Gesprächsrunde vorzustellen. Das Publikum ist eingeladen in direkten Kontakt zu treten, sich überraschen zu lassen, Fragen zu stellen oder auch kontrovers zu diskutieren.
Ein weiteres Künstlergespräch mit Dani Jakob findet am Mittwoch, den 2.7. um 19 Uhr statt.
Dienstag, den 1. Juli 2008, 19.00 Uhr
Tout va bien"
Ein Film der Dziga Vertov Group (Jean-Luc Godard, Jean-Pierre Gorin), 1972, 95 Min.Dieser Film von einem der Gründungsmitglieder des französischen New Wave"- Kinos handelt von einem Streik in einer Würstchenfabrik, in den eine amerikanische Reporterin und ihr französischer Ehemann hineingeraten. Der Film entstand aus einer Zusammenarbeit von Jean-Luc Godard und Jean-Pierre Gorin und wurde unter dem Namen Dziga Vertov Group gedreht. In Bezug auf die marxistische Theorie thematisieren die Filmemacher den Klassenkampf in einem schwierigen Arbeitsumfeld. In seiner Formsprache nähert sich der Film einer brechtianischen Sichtweise. Dies zeigt sich beispielsweise in der Art und Weise, wie Bezüge zur Außenwelt mit der unmissverständlichen Anwesenheit der Kamera verbunden werden.
Filmdauer: 95 Min.
Freitag, den 4. Juli 2008, 19 Uhr
Always love your man (Ama l'Uomo Tuo)"
Ein Film von Cara Cara DeVito, 1975 (19 Min.)Always Love Your Man (Ama l'Uomo Tuo)" ist ein kurzer Dokumentarfilm, der die Geschichte von Cara DeVito's Großmutter erzählt, die von ihrem Ehemann missbraucht wurde. Die im Film dominierende feministische Erzählweise wird deutlich, wenn DeVito die eigene Großmutter vom Großvater erzählen lässt. Während diese Phasen das Privatleben der Frau beleuchten, zeigen andere Teile des Films die Frau in ihrer gesellschaftlichen Rolle, der sie sich beugt.
Letter to Jane"
Ein Film von der Dziga Vertov Group (Jean-Luc Godard, Jean-Pierre Gorin), 1972 (51 Min.)Letter to Jane" ist ein Film von Jean-Luc Godard und Jean-Pierre Gorin, den sie nach Tout va bien" gedreht haben. Der Film zeigt ein Nachrichtenfoto von Jane Fonda, einer der Hauptdarstellerinnen aus Tout va bien". Im Hintergrund versuchen Godard und Gorin das Bild zu analysieren, um die Bedeutungen, die in der Pose der Hauptdarstellerin liegen, zu interpretieren. Dies war der letzte Film, den Godard und Gorin in Zusammenarbeit unter dem Namen Dziga Vertov Group gedreht haben.
Weitere Filme im Rahmen der Ausstellung werden an den folgenden Terminen um 19.00 Uhr gezeigt: Dienstag, 29. Juli: Blue" von Dereck Jarman, 1991 und Donnerstag, 31. Juli: Southland Tales" von Richard Kelley, 2006.
Sonntag, 6. Juli 2008, 16.30 Uhr
Realism" - Gespräch zwischen Johannes Raether, Kerstin Stakemeier und Hito SteyerlDie Veranstaltung wird den Begriff Realismus diskutieren, nicht etwa als eine Technik detailgetreuer Reproduktion, sondern als kritische Intervention in die Produktion von Wirklichkeit. Vor dem Hintergrund der komplexen Geschichte des Begriffs sollen gegenwärtige Realismen im Zusammenhang ihrer politischen Entwicklungen diskutiert werden.
Was bedeutet es heute, Realismus als Haltung zur eigenen Kunstproduktion zu definieren? Welche künstlerischen Methoden ermöglichen die Konstruktion realistischer Blicke auf die Veränderlichkeit der Gegenwart?
Diese Gesprächsrunde wischen Johannes Raether (Künstler), Kerstin Stakemeier (Kunsthistorikerin) und Hito Steyerl (Künstlerin) findet im Rahmen des Ausstellungsprojekts Trompe-l'il Polizei" der Realism Working Group // Free Class Frankfurt/M im Frankfurter Kunstverein statt. Die Gruppe hat hierzu auch eine zweisprachige Zeitung (Deutsch / Englisch) mit dem Titel Realismus!" veröffentlicht. Diese ist kostenlos im "10 Reasons to be a Member"- Raum des Frankfurter Kunstvereins erhältlich, oder online unter: http://realismworkinggroup.wordpress.com.
Der Eintritt für die Veranstaltungen ist frei.
Ort: Frankfurter Kunstverein
When Kittens become Cats
Mittwoch, 2. Juli, 19.00 Uhr
Künstlergespräch - Dani JakobDani Jakob (* 1973 in Freiburg) studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Derzeit lebt und arbeitet sie in Berlin. Materialien wie Salz, Seide und Pappmaschee, die üblicherweise mit Kunsthandwerk in Verbindung gebracht werden, bilden die Grundlage ihrer Arbeiten. Jakob überführt diese Materialien in einen anderen Kontext, so dass sie auf den ersten Blick nicht zu erkennen oder zu deuten sind. Für ihre raumgreifende Installation Von einem Land" schuf sie einen See aus Salzkristallen, auf den sie mit Farbpigmenten geometrische Flächen auftrug. Durch diese Bedeutungsverschiebungen erinnern Jakobs Arbeiten häufig an Kultgegenstände oder Überbleibsel bestimmter Handlungen. Arbeiten von Dani Jakob waren in den vergangenen Jahren in Einzelausstellungen der Vilma Gold Gallery in London, der Halle für Kunst in Lüneburg, im Kunsthaus Baselland und der Galerie Meyer Riegger in Karlsruhe zu sehen.
Künstlergespräch in deutscher Sprache.
Der Eintritt ist frei.
Ort: Café im Kunstverein, Frankfurter Kunstverein"When Kittens become Cats" wird in diesem Jahr unterstützt von:
Helaba Stiftung Polytechnische Gesellschaft
22.06. - 26.10. 2008
Teilnahme an SITE Santa Fe International Biennial 2008
Wir freuen uns Ihnen anzukündigen, dass der Frankfurter Kunstverein in diesem Jahr als einzige deutsche Institution an der kommenden internationalen Kunstbiennale SITE Santa Fe International Biennial" (22. Juni 2008 - 4. Januar 2009) in Neu Mexiko, USA, teilnimmt. Als eine der sieben ausgewählten internationalen Partnerinstitutionen der Biennale-Ausstellung LUCKY NUMBER SEVEN", präsentiert der Frankfurter Kunstverein eine neue Arbeit von Mandla Reuter.
Frankfurter Kunstverein präsentiert Mandla Reuter
auf der SITE Santa Fe International Biennale 2008, USA
22. Juni 2008 4. Januar 2009Biennale-Vorbesichtigung: Freitag, 20. Juni, 18 - 19.30 Uhr
Biennalemitglieder-Vorbesichtigung: Samstag, 21. Juni, 14 -16 Uhr
Publikumseröffnung: Sonntag, 22. Juni 2008, 12 - 17 UhrDer Frankfurter Kunstverein nimmt als einzige deutsche Institution an der kommenden internationalen Kunstbiennale SITE Santa Fe International Biennial" (22. Juni 2008 4. Januar 2009) in Neu Mexiko, USA, teil. Als eine der sieben ausgewählten internationalen Partnerinstitutionen der Biennale-Ausstellung LUCKY NUMBER SEVEN", präsentiert der Frankfurter Kunstverein die neue
Arbeit Fourth Wall" von Mandla Reuter. Die SITE 2008-Biennial" ist eine Biennale für zeitgenössische Kunst, die seit über zehn Jahren zu den wegweisenden Kunstbiennalen der USA gehört.Mit der Arbeit Fourth Wall" produziert der deutsche Künstler Mandla Reuter (*1975, Nqutu, Südafrika) eine raumbezogene Arbeit für die Kunstbiennale. Chus Martínez, Teil des Kuratorenteams der Biennale, erläutert die Vorgehensweise des Künstlers: Die Arbeit von Mandla Reuter ist speziell für die Raumsituation der Biennale geschaffen worden. Hauptaugenmerk der künstlerischen Arbeit Mandla Reuters liegt auf dem Erfassen architektonischer Räume und den unterschiedlichen Situationen, Lesarten und Neuinterpretationen, die ein Eingriff in diese Räume bewirken kann."
Der Künstler selbst beschreibt seine Arbeit mit folgenden Worten: Die Arbeit 'Fourth Wall' besteht aus einer Hochspannungsleitung aus dem Netz des städtischen Elektrizitätswerks, angeschlossen an eine elektrische Spannung, die ausreichen würde, um ein Theater, eine Geisterbahn sowie eine Kleinstadt mit Strom zu versorgen oder aber die Beleuchtung des Eiffelturms sicherzustellen. Einerseits
kann die Arbeit als konkrete Hervorhebung der technischen Möglichkeiten des Ausstellungsraums gesehen werden, die eine Benutzung jeglicher Art von Apparatur ermöglicht. Andererseits kann sie für sich selbst als Skulptur verstanden werden, die sich durch den Ausstellungsraum windet und schließlich ihre eigentlichen Voraussetzungen erkennen lässt: sie spielt mit dem gleichen Mechanismus, den auch die Erlebnisindustrie benutzt."Indem Mandla Reuter die physischen Parameter von Räumen verändert, verunsichert er den Betrachter und dessen Raumerwartung. In einem seiner architektonischen Eingriffe platziert der Künstler einen Felsbrocken vor eine Eingangstür, um den Besuchereingang oder -ausgang zu blockieren. Oder er verlegt die elektrischen Lichtschalter in einem Galerieraum, um Räume in unregelmäßigen Abständen abzudunkeln. Einzelne Objekte kann er auf diese Weise absichtlich aus dem Blickfeld herausnehmen, anstatt sie durch Licht hervorzuheben. Mit diesem einfachen Vorgehen nimmt der Künstler nicht nur Bezug auf die Funktionalität von Raum, sondern spielt mit der Idee, welche Wirkung die verändernden Eingriffe in den Raum auf den Betrachter haben.
In seinen neuesten Installationen nutzt Mandla Reuter das Medium des Kinofilmes. In diesen Arbeiten erforscht er neben den Vorstellungen von Raum auch die Produktion von Kultur und Erlebnis. Er verwandelt private Wohnungen in Madrid und Hamburg in notdürftige Kinosäle, in denen er die gleichen Kassenschlager vorführt, die parallel in den lokalen Kinokomplexen gezeigt werden. Gerade durch dieses Vorgehen gelingt es dem Künstler das übliche Vertriebsnetzwerk von Hollywood Filmen zu umgehen. Mandla Reuter löst in seinen Arbeiten materielle und wahrnehmungsbestimmte Unterscheidungen auf, die zwischen Innen und Außen, zwischen öffentlichem und privatem Raum bestehen.
Der deutsche Künstler Mandla Reuter wurde 1975 in Nqutu, Südafrika, geboren und lebt und arbeitet in Berlin. Neben vielen Einzelausstellungen, zuletzt bei Neue Alte Brücke, Frankfurt/Main (2008), der Flaca Gallery, London (2007) zusammen mit Haegue Yang, nahm er an verschiedenen Gruppenausstellungen teil u.a. in Madrid Abierto, Madrid (2007), Frankfurter Kunstverein, Frankfurt/Main und Ursula Blickle Stiftung, Kraichtal (2007), bei C/O Atle Gerhardsen Gallery, Berlin (2006) wie auch in der National Gallery, Prishtina, Kosovo (2005). Mandla Reuter arbeitet als Kurator, Autor und Herausgeber. Beispielsweise kuratierte Mandla Reuter die Gruppenausstellung Pigment Piano Marble", Buenos Aires (2006) sowie eine weitere Ausstellung im Studio Reuter, Dresden (2004). Unter seinen vergangenen Publikationen sind The Image Itself", 2007, Pigment Piano Marble" (2006) oder Tokyo Panda" (2004) zu nennen.
Das Projekt wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung von:
ifa - Institut für Auslandsbeziehungen e.V.
24.09. - 30.11. 2008
Ibon Aranberri
Die Präsentation der Arbeiten des baskischen Künstlers Ibon Aranberri im Frankfurter Kunstverein im Rahmen einer großen Einzelausstellung beschäftigt sich mit dem Beziehungsgefüge von Natur und Politik. Als thematischen Ausgangspunkt nimmt die Aus-stellung Bezug auf das bereits im Jahr 2003 realisierte Projekt The Cave", und schließt an die Arbeiten des Künstlers Exercises on the North Side" und Política Hidráulica" auf der documenta 12 an. Ibon Aranberri hinterfragt und erforscht mit seinen installativen Arbeiten mittels unterschiedlicher Medien die Verbindungen zwischen nationalistischer Ideologie und Naturwissenschaft sowie von Kunst im öffentlichen Raum. Als Bezugspunkt seiner Arbeiten dient Aranberri meist die Kulturgeschichte des Baskenlandes.Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Van Abbemuseum, Eindhoven und wird dort im Anschluss gezeigt. Zur Ausstellung wird ein Katalog in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Basel und dem Van Abbemuseum, Eindhoven erscheinen. Ibon Aranberri (*1969, Itziar-Deba) lebt und arbeitet in Bilbao.
Eröffnung: 23. September 2008
24.09. 2008 - 30.11. 2008
Natasha Sadr Haghighian
Die Einzelausstellung der in Deutschland aufgewachsenen Künstlerin Natascha Sadr Haghighian (*1967, Teheran) besteht aus einer Projektarbeit, welche die Künstlerin speziell für den Frankfurter Kunstverein entwickeln wird. Ausgangspunkt bildet ihre Auseinandersetzung mit der Struktur von Bürgervereinen allgemein und dem Kunstverein im Speziellen. Natascha Sadr Haghighian beschreibt ihre Arbeit als einen fortlaufenden Prozess des Forschens, Hinterfragens und Manövrierens, den sie mit unterschiedlichen Medien wie Video, Diaprojektionen, Kurzfilmen, Website-Präsentationen, Fotografie und Veranstaltungen artikuliert. In ihrem Beitrag zur Manifesta / Frankfurt Present But Not Yet Active" (2002) lud sie beispielsweise das Kuratorinnenteam in den Frankfurter Zoo ein, um Fragen der Authentizität und Sichtbarkeit in der gegenwärtigen kuratorischen Praxis am Beispiel der Inszenierung eines neuen Tigergeheges zu dis kutieren.
Eröffnung: 23. September 2008
Frankfurter Kunstverein