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Kunsthaus Dresden

Städtische Galerie für Gegenwartskunst
Rhnitzgasse 8
01097 Dresden
Di bis Fr 14 - 19 Uhr, Sa/So 12 - 20 Uhr
Tel. +49-(0)351-804 14 56; Fax 804 15 82
office@kunst-haus-dresden.de
www.kunst-haus-dresden.de
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22.01. - 28.02.2004


Unbekannte Schwester, unbekannter Bruder II

Mit weiteren Positionen:

Stefan Klotz (Berlin) , Goranka Matic (Belgrad), Taring Padi (Yogyakarta), Yong Soon Min (Los Angeles) und STAFETA Dresden: Regina Weiss, Heide Hinrichs, Susanne Hanus

Begrüßung durch Christiane Mennicke, Leiterin des Kunsthauses Dresden um 20.00 Uhr am Donnerstag, dem 22. Januar 2004

"Unbekannte Schwester, Unbekannter Bruder II" versammelt Positionen internationaler zeitgenssischer Kunst, in denen verschiedene Bildwelten und Traditionen sozialistischer Vergangenheit verarbeitet werden. Weniger geht es hier um eine historisch oder politisch korrekte Einordnung als vielmehr um eine lebendige Auseinandersetzung mit diesen Vergangenheiten aus der Perspektive der Gegenwart.

Der zweite Teil der Ausstellung "Unbekannte Schwester, Unbekannter Bruder II" nimmt nochmals eine Internationalisierung vor und erweitert das Blickfeld in bezug auf Wandmalerei. So setzen sich die fotografischen Arbeiten der serbischen Künstlerin Goranka Matic mit den Fresken des Malers Krsto Hegedusic auseinander, die in den siebziger Jahren an den Kampf der Partisanen gegen die deutsche Übermacht in der berühmten Sutjeska-Schlacht von 1943 erinnern sollten. Die Fresken sind mittlerweile wiederum durch die militrischen Auseinandersetzungen von 1990 zerstört. Der Beitrag des Berliner Künstlers Stefan Klotz thematisiert eigene Wandmalereien, die Anfang der 90er Jahre in El Salvador im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die dortige Militrdiktatur entstanden sind.

Die bewegliche Wandinstallation der in L.A. lebenden koreanischen Künstlerin Yong Soon Min setzt sich auf poetische Weise mit der seit Mitte der achtziger Jahre währenden absurd anmutenden Faszination an Mercedes-Benz-Limousinen durch die nordkoreanische kommunistische Partei auseinander, während die Arbeiten des kubanischen Künstlers Rene Francisco melancholisch von "Utopias Fallidas" - gescheiterten Utopien - berichten. Weitere Arbeiten - die großen WAYANg-Puppen, die insbesondere bei Demonstrationen für den Demokratisierungprozess in Indonesien eingesetzt werden sowie ein großes Transparent - von der indonesischen Künstlergruppe Taring Padi werden die Ausstellung erweitern.

Mit STAFETA beginnt zugleich ein Pilotprojekt, in dem junge KünstlerInnen kurz nach dem Hochschulabschluss eigene künstlerische Arbeiten und kuratorische Ansätze zu der Ausstellung präsentieren:

Auf poetische Weise wird in der aus Stoffbahnen und Holzständern bestehenden Arbeiten von Heide Hinrichs mit dem Sichtbaren und dem im Verborgenen liegenden umgegangen und der Frage, welches Bild von Geschichte wir sehen wollen. Von Regina Weiss wird eine offene Arbeitssituation gezeigt: Das Atelier als Ort des Sammelns, Ordnens und Sich-Hineinversetzens in fremde Geschichte. Die Arbeit "DDR-Indianer" von Susanne Hanus besteht aus kurzen Interviews, die in kontroversen Aussagen das Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland thematisieren und bei Umfragen in Fuþgngerzonen in Bonn und Dresden entstanden und von Camera-Obscura-Fotografien begleitet werden.

Eine Gemeinschaftsarbeit von Regina Weiss, Susanne Hanus und Ynez Neumann basiert auf einer Fragebogenaktion an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Anhand einer Dia-Serie in Text, Bild und Zeichnung wird die Frage, ob 15 Jahre nach der "Wende" eine Synthese verschiedener Haltungen zur Kunst in Ost und West entstanden ist auch in den ihr innewohnenden Zwischentnen umschrieben.

Weitere Erffnungstermine
"Unbekannte Schwester, unbekannter Bruder II" und STAFETA:

Rene Francisco (Havanna) und STAFETA Dresden: Ynez Neumann und Kerstin Chill-Noack: am Samstag, dem 7. Februar 2004 um 17.00 Uhr

STAFETA Halle/Weimar/Leipzig: Karen Weinert, Birgit Kindler, Anja Bohnhof + Zala T.S. Unkmeier: um 20.00 Uhr am Samstag, dem 14. Februar 2004

 

Veranstaltungen:

"Unbekannte Schwester, unbekannter Bruder II" Finissage Galeriegespräch: 14.00 Uhr und Abschlussparty mit Banda Communale ab 22.00 Uhr am Samstag, 28. Februar 2004

 

WORKSHOP Wayang-Puppen
Am Wochenende, den 31.1./1.2. 2004 findet ein Workshop zur Herstellung von Wayang-Puppen mit der indonesischen Künstlergruppe Taring Padi statt. Die Workshop-Teilnahme ist kostenlos, die Anzahl der Plätze jedoch begrenzt. Anmeldungen werden erbeten unter office@kunsthausdresden.de

 

Eröffnung STAFETA Dresden:

Ynez Neumann und Kerstin Chill-Noack
im Rahmen der Ausstellung
"Unbekannte Schwester, unbekannter Bruder II"

mit Einführung um 17.00 Uhr
am Samstag, den 7. Februar 2004

Das seit Anfang der 90er Jahre verhängte Wandbild "Der Weg der roten Fahne", 1969 realisiert durch Gerhard Bondzin und eine Arbeitsgemeinschaft der damaligen Hochschule für Bildende Künste, ist eines der prominentesten erhaltenen Beispiele ür baubezogene Kunst der DDR im Stadtbild Dresdens.

Ynez Neumann und Kerstin Chill-Noack haben das Wandbild zum Anlaß genommen, um mit einer Gruppe von Kindern der Freien Montessori Schule ein
Projekt zu ihrem heutigen Blick auf die Kunst des Sozialismus zu entwickeln.

Die Kinder im Alter von 6 - 10 Jahren haben sich zunächst zeichnerisch nachempfindend mit der Figur der weiblichen Fahnenträgerin beschäftigt, um dann (vor Ort) mit dem ganzen Bild konfrontiert ihre eigenen, oftmals der ursprünglichen Intention des Bildes zuwiderlaufenden Interpretationen zu Protokoll zu geben. Wo die Einheit des Sozialismus dargestellt wird, vermuten die Kinder Zwietracht, und dort wo die sozialistischen Führer im Einklang mit dem Volk gezeigt werden, ahnen sie eine Festnahme.

Die Kinder führen einen unbefangenen und zugleich ernsthaften Umgang mit den Bildtraditionen der Vergangenheit vor. Die Installation fügt ihre bildnerischen Neuinterpretationen, mündliche Statements und das Ausgangsmaterial als Kopie zu einem Gesamtbild, welches auch die vernderten Bedingungen einer freien, nicht auf ideologische Prägung ausgerichteten Arbeit mit Kindern sichtbar werden lässt.

Ynez Neumann ist freie Künstlerin und studiert derzeit an der HfbK Dresden. Kerstin Chill-Noack ist Kunstpädagogin in Dresden, beide sind ebenfalls Mütter von Kindern im Alter der Gruppe.

Weitere Eröffnungen:
STAFETA Halle/Weimar/Leipzig:
Karen Weinert, Birgit Kindler, Anja Bohnhof und Zala T.S. Unkmeier
20.00 Uhr am Samstag, den 14. Februar 2004

Bitte vormerken:
GALERIEGESPRÄCH und ABSCHLUSSPARTY mit der Banda Communale u.a.
14.00 und 22.00 Uhr am 28.Februar 2004

 

Samstag, den 14. Februar 2004, 20.00 Uhr

Eröffnung
René Francisco/Ponju·n (Havanna) und STAFETA Halle/Weimar/Leipzig:
Karen Weinert, Birgit Kindler, Anja Bohnhof und Zala T.S. Unkmeier

mit Suppe/Bar

Mit STAFETA Halle/Weimar/Leipzig und den Beitrgen von René Francisco und Ponju·n aus Havanna geht die Ausstellung "Unbekannte Schwester, unbekannter Bruder" in ihre letzte Phase der Erweiterung:

In der raumfüllendden Installation von René Francisco und Ponjun verdichten sich die Paradoxien des real-existierenden Sozialismus vor dem Hintergrund der Wende-Zeit in Kuba. Während im Rest der Welt das Ende des Sozialismus durch die Medien ging und massive
gesellschaftliche Veränderungen herbeiführte, verblieb man in Kuba in Ungewissheit. Zur gleichen Zeit nahmen Stromausfälle zu, die zugleich stellvertretend für die Verschlechterung der Versorgungslage der Bevölkerung stehen können, die mit dem Wegfall einer Vielzahl von Handelsbeziehungen einher ging. Francisco und Ponjun stellen in ihrer Installation mit Werken von 1988 bis 1994 Zusammenhänge zwischen scheinbar unverbundenen Phänomenen her: Die revolutionäre Formsprache der russischen Konstruktivisten, dem Helden des kubanischen Unabhängigkeitskampfes Antonio Maceo, dem sowjetischen Soldaten als "amigo y diabolo", Freund und Feind zugleich, und der seltsamen Metapher Lenins, laut derer der kommunistische Gedanke funktioniere wie "Elektrizität" - welche vor Ort erwiesenermaßen ausfiel.

Neue Arbeiten der STAFETA-KünstlerInnen Anja Bohnhof und Karen Weinert erweitern die Archäologie des DDR-Alltags aus der Jetztzeit-Perspektive: Die Gemeinschaftsarbeit der beiden mit dem Titel "WHH 17" zeigt Innenaufnahmen eines "Plattenbaus" aus dem Jahre 1984 in der Jetztzeit in verlassenenem Zustand, die trotz der Standardisierung Spuren individueller Gestaltung durch ehemalige Bewohner aufweisen. "DDR - museale Ansichten" von Anja Bohnhof hingegen fokussiert den Blick zurück: Ihr Interesse galt Innenansichten von oftmals privat initiierten "DDR-Museen", die Anfang der neunziger Jahre aus Leihgaben oder aus dem Sperrmüll geborgenen Fundstücken in Thüringen, Brandenburg und Mecklemburg-Vorpommern entstanden sind und eine anrürhrende und zugleich irritierende Ansicht der Fiktionalisierung des historischen Blicks beinhalten.

Traditionen führen ein Eigenleben, so zeigt es sich auch an diesem Thema, das sich in unterschiedlichen Aspekten als zugleich geliebt und ungeliebt erweist: Zala T.S. Unkmeier zeichnet in ihrer Foto-Installation die überraschende Wiederbelebung der Montagsdemonstrationen in Leipzig für und wieder Olympia nach, während Birgit Kindler in einem auf Video aufgezeichneten Mensch-ärgere-Dich-Spiel, bei dem keiner gewinnt, mit Bekannten und FreundInnen über die Wende-Erfahrung spricht.

Eine ganz aktuelle Arbeit von René Francisco, realisiert anlässlich der Havanna-Biennale 2003, verweist uns wieder ins Jetzt und Heute: "La Caz/sa de ROSA" zeigt den Künstler auf der Suche nach einer zuwendungsbedürftigen Person in der Gegenwart, der er seine beschränkten Mittel widmen mchte: Die Nachbarn einigen sich schnell und plötzlich ist auch in uba Unmgliches möglich: Ein Haus wird renoviert und ein Leben wird verändert.

Bitte vormerken:
Galeriegespräch mit der Kuratorin Pilar Villelas aus Mexico-City und
Überraschungsgsten um 14.00 und

ABSCHLUSSPARTY mit der Banda Communale und anschliessendem DJ

um 22.00 Uhr

beides am 28. Februar 2004

 

 

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