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Kunstmuseum Heidenheim

Marienstr. 4
89518 Heidenheim
Tel. 07321 - 32 73 92 oder 32 73 93
Fax 07321 - 32 76 89
di - Sa 10 - 12 Uhr und 14 - 17 Uhr, So 10 - 17 Uhr
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition

 

 

18.7. - 29.8.1999


Daniel Bräg

In Liebe, Herta, Erwin und die Kinder

 

Badetempel wird zum Totentempel

In unserer postindustriellen Gesellschaft, wo 70jährige wie 40 aussehen und Jugendlichkeit zum alleinigen Maßstab geworden ist, sind das Sterben und der Tod zum Tabu geworden. Die Unfähigkeit zu Trauern und sich mit dem Tod auseinander zu setzten, zeigt sich in der Lieb- und Gedankenlosigkeit heutiger Trauerformen. Während in früheren Jahrhunderten die Gestaltung des Trauerkults und der Grabstätten eine der vornehmsten Aufgaben der Kunst und Auslöser großartiger künstlerischer Leistungen war, spielt diese Aufgabe in der heutigen Kunst keine Rolle mehr. Unsere Trauerkultur hat sich auf gedankenlos repetierte Rituale mit industriell gefertigten Trauergegenständen reduziert, die sich bei genauer Betrachtung oft als inhaltsleer und häufig als geschmacklos erweisen.

Mit diesem traurigen Zustand unserer Trauerkultur beschäftigt sich der Münchner Künstler Daniel Bräg. Seine seriellen Objekte spiegeln den herrschenden Standard der Trauerindustrie und steigern diesen zugleich ins Absurde.

Für das Kunstmuseum Heidenheim, einem ehemaligen städtischen Schwimmbad, hat er eine Installation entworfen, welche den "Musentempel" in einen modernen "Totentempel" verwandelt und zugleich auf dessen ursprüngliche Funktion als "Badetempel" anspielt. 24 Planschbecken und 120 aufblasbare Trauerkränze bilden ein Ensemble, das auf hintergründige Weise die Sphären moderner Trauerkultur, sinnlicher Badefreuden und zeitgenössischer Kunst verbindet.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

 

 

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