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Museum im Kulturspeicher
Veitshöchheimer Straße 5
97080 Würzburg
Tel. 0931 - 3 22 35 - 0, Fax 0931 - 3 22 25 - 18
Di 13-18, Mi 11-18, Do 11-19, Fr-So 11-18 Uhr, Mo geschlossen
museum.kulturspeicher@stadt.wuerzburg.de
www.kulturspeicher.de
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
22.04. - 28.11. . 2010
Drehscheibe II
Nachtseiten der Natur
Werke aus der Städtischen Sammlung im Dialog mit drei Positionen aktueller Kunst
Doris Conrads, Jürgen Hochmuth und Stefanie Pöllot
Die Dunkelheit der Nacht hat als Bildthema in der Kunst eine lange Tradition. Für die Romantiker ist die nächtliche Natur der bevorzugte Ort des kontemplativen Menschen, den die Welt des Traums und der Chimären in ein geistig höheres Dasein überführt. Reizvolle Motive sind auch das Nachtleben der Großstadt, illuminierte Straßenzüge und bürgerliche Interieurs im Kerzen- oder Lampenschein.
Im Depot der städtischen Sammlung befinden sich stimmungsvolle Nachtlandschaften und nächtliche Szenerien, die für einige Monate ans Tageslicht geholt werden. Das Spektrum umfasst spätromantische Sehnsuchtsbilder, geheimnisvolle Räume in Dunkelheit sowie "Lichter der Großstadt". Es werden spätromantische Landschaften lokaler und überregional bekannter Künstler gezeigt, etwa Fritz Bambergers "Mondscheinlandschaft" oder Ludwig Prechtleins "Mainfähre bei Mondschein". Ferdinand Knab, Schüler des Historienmalers Karl von Piloty, tauchte mit Vorliebe Ruinen und antike Grabmäler in Abendstimmung, während Oswald Achenbach, Hauptvertreter der Düsseldorfer Malerschule, die Motive für seine Gemälde vornehmlich im Süden Italiens fand. Die Werke von Friedrich Fehr, Rudolf Gudden und Heinz Müllerthann zeigen nächtliche Straßenszenen, auf denen dunkle Gassen von Straßenlaternen und dem Licht aus Häuserfenstern nur spärlich erhellt werden. Birgit Jensen markiert in ihren Bildern rasterartige Lichtpunkte einer Metropole.
Zur Ausstellung wurden Doris Conrads, Jürgen Hochmuth und Stefanie Pöllot eingeladen, die Zeichnungen, Fotografien, Filme und Projektionen präsentieren. Doris Conrads (geb. 1949 in Würzburg, in Marburg lebend) zeigt auf ihren großformatigen Kreidezeichnungen den nächtlichen Sternenhimmel, auf ihren Fotografien Krähenschwärme in der Dämmerung. Das archetypische Zeichen des Hauses ist ein Leitmotiv im Werk von Jürgen Hochmuth (geb. 1945 in Würzburg, in Rimpar lebend). In seiner Serie "Nachthäuser" lotet er die künstlerischen Möglichkeiten der Durchdringung von Architektur und Raum atmosphärisch aus und erzeugt mit zeichnerischen Mitteln eine geheimnisvolle Spannung. Die Filme und Projektionen von Stefanie Pöllot (geb. 1964 in Nürnberg, dort lebend), sind stille, der Zeit entrückte Bildwelten, spielen auf subtile Weise mit Licht und Schatten und erzielen mit einfachen Mitteln eine poetische Wirkung.