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Pinakothek der Moderne
Barerstrasse 40
80333 München
Tel. 089 - 23805-360, - 0; Fax - 312
Di - Do 10 - 17 Uhr, Do und Fr zusätzlich bis 20 Uhr
info@pinakothek-der-moderne.de
www.pinakothek-der-moderne.de
über die Pinakothek der Moderne
aktuelle Ausstellungen / current exhibitions
vorausgegangene Ausstellungen / previous exhibitions
Mitte September 2013 - 06.01. 2014
Albert Renger-Patzsch
LANDSCHAFTEN
In den Jahren zwischen 1927 und 1935 nahm der Fotograf
Albert Renger-Patzsch Stadtrand- und Haldenlandschaften
im Ruhrgebiet auf, die aufgrund ihrer einzigartigen
kompositionellen Klarheit und zurückhaltenden
Emotionalität als individueller Beitrag zum Genre Landschaft
im Kontext moderner Kunst verstanden werden können.
Rund 80 Jahre nach ihrer Entstehung sind Renger-Patzschs
Fotografien aktueller denn je; sie geben einen eindrücklichen
visuellen Kommentar zur bis heute andauernden Diskussion
um Urbanität, Zersiedelung und Umnutzung von
Folgelandschaften.
Erstmals wird diese mehrere 100 Fotografien umfassende
Werkgruppe aus der Stiftung Wilde durch Archivalien ergänzt
der Öffentlichkeit präsentiert und in einem fundierten
Katalogbuch wissenschaftlich erschlossen. Einen
besonderen Schwerpunkt bildet dabei eine Gruppe
großformatiger Originalabzüge, die vom Künstler selbst für
ein Ausstellungsvorhaben geplant waren.
ab 13.09. 2013Traum-Bilder.
Ernst, Magritte, Dalí, Picasso, Antes, Nay ...
Die Wormland-Schenkung
Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne
Eine der bedeutendsten deutschen Privatsammlungen des Surrealismus baute der Textilunternehmer Theo Wormland (1907_1983) seit den 60er Jahren auf. Sie umfasst Meisterwerke von Max Ernst, René Magritte, Richard Oelze und Pablo Picasso. 2013 feiert die Pinakothek der Moderne die Schenkung der Sammlung Wormland, nachdem sie die Sammlung Moderne Kunst bereits seit 30 Jahren als großzügige Dauerleihgabe bereichert.
Die Ausstellung präsentiert neben den Hauptwerken des Klassischen Surrealismus auch den zweiten Schwerpunkt der Privatsammlung, die Künstler der Neuen Figuration. In der Nachfolge des Surrealismus entwarfen sie in den 60er und 70er Jahren geheimnisvolle Bildwelten, die die Wirklichkeit magisch verfremden und phantastisch überhöhen. Skulpturen und Objekte von Bernard Schultze und Rolf Szymanski werden in der Ausstellung genauso zu sehen sein wie Gemälde von Horst Antes, Werner Heldt, Bruno Goller, Konrad Klapheck oder Fernando Botero.
Der umfangreiche Katalog dokumentiert die vielfältige und langjährige Förderung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen durch die Theo Wormland-Stiftung und ihren Geschäftsführer Hartwig Garnerus. Die Publikation stellt neben den 70 Werken und Künstlern der Sammlung auch die kapitalen Ankaufsunterstützungen der Wormland-Stiftung vor, mit deren Hilfe Meisterwerke von Georg Baselitz, Lovis Corinth, Salvador Dalí oder George Grosz für die Sammlung Moderne Kunst erworben werden konnten.
Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Multimediaguide mit zahlreichen Hintergrundinformationen und Abbildungen. Interessierte Besucher können sich den Multimediaguide zudem als kostenlose App für Apple iOS und Android Smarthophes in Deutsch oder Englisch auf ihr Smartphone laden.
Kurator: Oliver Kase
17.09.2013 - 13.01. 2014Reading Andy Warhol
War Andy Warhol ein Intellektueller oder doch ein
Comicleser? Dass der berühmteste Pop Art Künstler ein sehr
inniges Verhältnis zu Büchern hatte, wissen bis heute auch
viele Kenner nicht. Die vom Museum Brandhorst
ausgerichtete und in Zusammenarbeit mit dem Warhol
Museum in Pittsburgh entwickelte Ausstellung zeigt
erstmals, dass Warhol seit seinen Studientagen in den
vierziger Jahren bis zu seinem Tod 1987 durchgängig kreativ
an Büchern arbeitete.
Illustrationen berühmter Romane von Robert Penn Warren
oder Katherine Anne Porter fertigte er bereits während
seines Studiums an. Als erfolgreicher Grafiker schuf Warhol
in den fünfziger Jahren verspielte Themenhefte, die er in der
New Yorker Modewelt als Werbegeschenke verteilte. Es
dauerte nicht lange bis Warhol Bucheinbände für große
Verlage wie Doubleday oder New Directions in Angriff nahm.
In den frühen Jahren der Factory überließ der mittlerweile
berühmte Maler befreundeten Dichtern Siebdrucke und
Fotos für ihre Gedichtbände. Schließlich stellte er mit
Factory-Künstlern Bildbände aus dem dort entstandenen
Film- und Fotomaterial zusammen. Aus Tonbandaufnahmen
wurden Publikationen, die herkömmliche Literaturgenres
sprengten und zugleich ein Bild von Warhol selbst geprägt
haben, das bis heute die Rezeption seines Werkes bestimmt.
In dieser Gesamtschau zeigen die von Warhol gestalteten
Bücher eine überraschend unbekannte Seite des
weltberühmten Künstlers.
November 2013 bis Januar 2014Longtime Companions
JEFF WALL IN MÜNCHEN
Die Erwerbung der Arbeit »An Eviction« (1988/2004) im Jahr
1992 markiert für die Sammlung Moderne Kunst in der
Pinakothek der Moderne den ersten substantiellen Ankauf im
Bereich der zeitgenössischen Fotokunst, dem in kurzer Folge
drei weitere Erwerbungen aus dem komplexen Werk des
Künstlers Jeff Wall folgen sollten. Doch bereits seit den
frühen 1980er Jahren war sein Werk in München präsent,
eine seiner ersten Ausstellungen in Europa fand 1984 in der
Galerie Schöttle statt, zwei Jahre später publizierte der
Verlag Schirmer/Mosel die erste Monographie unter dem
Titel »Transparencies«. Parallel zu diesen Aktivitäten
entwickelte sich eine treue Sammlerschaft, so dass sich
heute rund 20 Werke von Jeff Wall in öffentlichen wie
privaten Sammlungen in München befinden.
Die Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit dem
Künstler entsteht, vereint erstmals die in Münchner
Sammlungen vertretenen Arbeiten. Vor allem in den 1980er
und 1990er Jahren entstanden gibt diese Werkauswahl einen
pointierten Überblick über die wichtigsten Aspekte in Jeff
Walls Schaffen, teils mit heute berühmten, oftmals gezeigten
Arbeiten wie »The Thinker« oder »Restoration«, aber auch
durch Werke, die zu den weniger bekannten, seit längerem
nicht gezeigten zählen wie »The Smoker« oder »Park
Drive«.
Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Künstlerbuch, ein
vielfältiges Rahmenprogramm mit Filmen und Vorträgen
sowie Workshops für Kinder und Jugendliche ist in
Vorbereitung.
14.09. 2013 - 05.01. 2014Marokkanische Teppiche und die Kunst der Moderne
Die Neue Sammlung The International Design Museum Munich
»Zum neuerlichen Auftakt der Pinakothek der Moderne im September 2013 lag es nahe, sich Gedanken zu machen über ein übergreifendes Thema, das wirklich ein Zeichen setzt. Und wir sind überzeugt, ein solches Thema gefunden zu haben: Es markiert den Beginn der Moderne. Und dies aus so ungewöhnlicher Perspektive, dass es bisher kaum Beachtung gefunden hat: Nomadenteppiche aus Marokko und die westliche Avantgarde-Kunst des 20. Jahrhunderts das ist mehr als die Suche nach dem Exotisch-Orientalischen, es ist vielmehr eine Erkundung der Wurzeln der Kunst der Moderne und ihrer verblüffenden Gemeinsamkeiten mit Textilien aus dem Maghreb.«
Florian Hufnagl, Direktor, Die Neue Sammlung The International Design Museum Munich (Staatliches Museum für angewandte Kunst)
Verschiedene Inspirationsquellen der modernen Kunst sind bisher in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt: etwa japanische Farbholzschnitte und Katagami, ostasiatische Keramiken und Möbel, afrikanische Skulpturen und das Phänomen des sogenannten »Primitivismus«. Die marokkanischen Teppiche eine Kunst von Frauen warten noch auf ihre Entdeckung mit ihren Wechselwirkungen oder Analogien zur europäischen und amerikanischen Malerei des 20. Jahrhunderts.
Marokkanische Nomadenteppiche lassen uns heute an Mark Rothko, Cy Twombly, Sean Scully, Josef Albers, Paul Klee oder Kasimir Malevich denken. Im frühen 20. Jahrhundert faszinierten sie Künstler wie Wassily Kandinsky, Le Corbusier und Frank Lloyd Wright. Die Auseinandersetzung mit der islamisch geprägten Kultur Nordafrikas und den Teppichen aus Marokko führt somit zu den Wurzeln für die Kunst der europäischen Avantgarde.
Die islamische Bilderfeindlichkeit inspirierte die Berber im Maghreb zu radikaler Abstraktion und einem völlig freien, in unseren Augen modern anmutenden Umgang mit Farben und Formen. In der Ausstellung und im begleitenden umfangreichen Buch stellt sich daher ganz allgemein auch die Frage nach den Grundbedingungen von Kunst, nach ihren Ursprüngen und nach dem Weg zur Abstraktion.
In Zeiten der Globalisierung mit zunehmender Dominanz rein westlicher Vorstellungen einerseits und der Radikalisierung des Islam andererseits besitzt es hohe Aktualität, anhand dieses Themas den Blick auf die geistigen Zusammenhänge und den kulturellen Austausch an einer Schnittstelle zwischen Orient und Okzident zu richten auch, um in Dialog treten und Perspektiven für die Zukunft entwickeln zu können.
Die Ausstellung der Neuen Sammlung The International Design Museum Munich konzentriert sich auf die reichhaltige Sammlung marokkanischer Teppiche aus Besitz des Münchner Architekten Professor Jürgen Adam. Im Lauf von Jahrzehnten hat er während seiner Forschungsarbeit zu den Lehmbauten in Marokko eine der weltweit bedeutendsten Privatsammlungen zu diesem Thema zusammengetragen. Die Ausstellung wird in der Pinakothek der Moderne, München, stattfinden, denn dort können besonders eindrücklich auch die inneren Zusammenhänge zwischen den Kunstgattungen beleuchtet werden, die die Basis für die Konzeption dieses weltweit einzigartigen, Disziplinen übergreifenden Hauses bilden.
Die umfangreiche Publikation ist als maßstabsetzendes Standardwerk angelegt und legt erstmals die Zusammenhänge dar. Das Buch zweisprachig deutsch und englisch wird in Kooperation mit Arnoldsche Art Publishers realisiert. Mit aussagestarken Bildtafeln, Vergleichsbeispielen aus dem Bereich der modernen Kunst und einführenden Texten wendet es sich bewusst auch an Nicht-Fachleute, an eine Öffentlichkeit, die sich für moderne Kunst und ihre Ursprünge interessiert, für die Kultur Nordafrikas oder eines »anderen« Islam und für die »magiciennes de la laine«, wie man die Berber-Künstlerinnen nennen könnte.
Eine Ausstellung der Neuen Sammlung The International Design Museum Munich. Unterstützt durch Jan Fischer und PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V. Die Publikation entstand mit großzügiger Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung.
Aus Anlass der Wiedereröffnung der Pinakothek der Moderne erhalten alle Besucher am Samstag, den 14. September 2013 freien Eintritt ins gesamte Haus.
VORTRAG
Vortrag im Rhamen der Ausstellung AFRITECTURE - Bauen mit der Gemeinschaft
Diébédo Francis Kéré: Bridging the Gap und Farrokh Derakhshani: The Aga Khan Awards for Architecture: Challenges and Solutions (in englischer Sprache)Diébédo Francis Kéré wurde in Burkina Faso geboren, er lebt und arbeitet heute in Berlin. Kéré ist wohl einer der international bekanntesten Architekten Afrikas, der vor allem in seinem Heimatland eine sozial engagierte Architektur baut, welche die Entwicklung traditioneller Technologien und das architektonische Erbe Burkina Fasos reflektiert. Bereits für sein erstes Projekt, eine Schule in seiner Heimatstadt Gando, erhielt er den renommierten Aga Khan Award for Architecture. Eine Bücherei, eine höhere Schule und ein Frauenzentrum werden derzeit errichtet. Für seine Gebäude, die mit lokalen Materialien in einer kostengünstigen Konstruktionsweise unter Einbeziehung der Bevölkerung vor Ort entstehen, erhielt er viele weitere Preise wie den Global Award, den BSI Swiss Architectural Award, den Marcus Prize und den erst kürzlich ausgelobten Global Holcim Award Gold 2012. Kéré entwarf auch das Operndorf des Regisseurs Christoph Schlingensief, das, in Teilen realisiert, seit 2012 in Betrieb ist. Er wird dem Münchner Publikum seine Arbeit in Burkina Faso vorstellen und über die Erfahrungen berichten, die er mit der ganzen Dorfgemeinschaft bei dem Bau des neuen Bildungszentrums sammeln konnte.
Farrokh Derakhshani ist Direktor des Aga Khan Development Network, das seit 1980 alle drei Jahre Architektur- und Restaurierungsprojekte auszeichnet, die sich auf das Gemeinwohl konzentrieren und besonders für die muslimische Gesellschaft eine Bereicherung darstellen. Mit dem Aga Khan Award for Architecture möchte die Institution wirtschaftliche, soziale und kulturelle Aktivitäten unterstützen und ihnen in der Öffentlichkeit Raum geben. Ausgezeichnet werden gestalterisch hochwertige Projekte, die auf die entsprechende Gesellschaft und direkte Umgebung reagieren. Gestiftet wird der Preis unter anderem von Karim Aga Khan IV. Da einige Projekte der Ausstellung, wie die Grundschule von Diébédo Francis Kéré, den Aga Khan Award for Architecture verliehen bekommen haben oder dafür nominiert wurden, wird Farrokh Derakhshani die Arbeit dieser wichtigen Institution vorstellen, die in ihrer Art weltweit einzigartig ist.DO 17.10. | 18.00 | Pinakothek der Moderne, Ernst von Siemens-Auditorium | Eintritt frei
Vortrag im Rhamen der Ausstellung AFRITECTURE - Bauen mit der Gemeinschaft
Wolfgang Lauber: Die Lehmarchitektur der Dogon in Mali
Wolfgang Lauber ist emeritierter Professor am Lehrstuhl Bauen in den Tropen an der Hochschule Konstanz. Schon seit seiner Promotion setzt sich Lauber mit dem Thema des klimagerechten Bauens auseinander und war daher in den letzten 20 Jahren an vielen Forschungsprojekten in Afrika und Südamerika beteiligt. Neben zahlreichen Publikationen erschien 1998 das Buch »Architektur der Dogon. Traditioneller Lehmbau in Mali«, das 2011 im Hatje Cantz Verlag als Neuauflage erschien. Die Publikation widmet sich einer der letzten Regionen Afrikas, in der die Tradition noch immer tief in der Gesellschaft, Religion und Kultur verankert ist. Die Mitte des letzten Jahrhunderts entstandene Lehmarchitektur der Dogon hat sich erstaunlicherweise bis heute gut erhalten. Daher wird Lauber gerade an diesem Phänomen die Frage erörtern, ob der Rückgriff auf alte Bauerfahrungen eine vorbildliche Hilfestellung für die Zukunft leisten kann. Diese Frage erscheint immer mehr an Bedeutung zu gewinnen, betrachtet man die großen Bauaufgaben, denen sich viele Länder Afrikas durch das rasante Wachstum der Städte stellen müssen. Kann die traditionelle anonyme Architektur also bei der Entwicklung einer neuen klimagerechten und menschendwürdigen Architektur helfen?
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