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Sprengel Museum

Kurt Schwitters Platz
30169 Hannover
Tel. 0511 - 168 438 75; Fax 0511 - 168 450 93
Di 10 - 20 Uhr, Mi bis So 10 - 18 Uhr, Mo geschlossen
www.sprengel-museum.de
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition

 

13.04. - 07.09. 2008

Ana Torfs

ANATOMY, 2008

 

Die belgische Künstlerin Ana Torfs setzt sich in ihren Arbeiten oftmals mit Gegebenheiten des westlichen kulturellen Gedächtnisses auseinander. Dabei spielt die Verbindung zwischen Text und Abbildung, zwischen Lesen und Visualisieren eine zentrale Rolle.

Während ihres DAAD-Stipendienaufenthalts 2005-2006 beschäftigte sich Ana Torfs im Freiburger Militärarchiv mit der "Strafsache wegen Ermordung von Dr. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg vor dem Feldkriegsgericht des Garde-Kavallerie-(Schützen)-Korps im Großen Schwurgerichtssaal des Kriminalgerichts in Berlin", die im Mai 1919 geführt wurde. Das Ergebnis ist ANATOMY, eine Installation, die großflächige Diaprojektionen mit Videobildern auf zwei Monitoren verschränkt.

 

 

13.04. - 07.09. 2008

Jochen Lempert in der Sammlung Wilde

 

Die Sammlung Ann und Jürgen Wilde hat nach Heidi Specker, Vibeke Tandberg und Christopher Muller den  in Hamburg lebenden Künstler Jochen Lempert (* 1958) eingeladen, eine Ausstellung einzurichten, die den Versuch unternimmt, die eigene künstlerische Position innerhalb dieser Sammlung zu bestimmen.

Jochen Lempert studierte Biologie und experimentierte mit dem Medium Film, bevor er sich der Fotografie zuwandte. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung und Domestizierung des Animalischen. Der Künstler tritt in der Rolle des Archivars und Phänomenologen. Dabei entwickelt seine Bildwelt in der unprätentiösen Materialität und Präsentation der fotografischen Papiere einen starken poetischen Sog. Formenkorrespondenzen eröffnen ein weites Feld an entwicklungsgeschichtlichen und kulturhistorischen Bezügen. Für die Ausstellung bindet Jochen Lempert Arbeiten von Friedrich Seidenstücker, Duane Michals, Albert Renger-Patzsch und anderen in den eigenen Bildkosmos ein.

 

 

08.06. - 17.08.2008

Wunderkammer

Figur und Raum ­ von Archipenko bis Niki de Saint Phalle

 

die Ausstellung "Wunderkammer" beschreibt mit Werken der Skulptur und Malerei jene Wege, die die Kunst im Verlauf des 20. Jahrhunderts zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit beschritten hat.

 

Präsentiert werden ausnahmslos Werke aus dem Bestand des Sprengel Museum Hannover. "Wunderkammer" ist damit zugleich eine persönliche Auswahl Ulrich Krempels von teils lange nicht gezeigten Werken aus den Sammlungen des Sprengel Museum Hannover.

 

Unter der Frage nach dem Verhältnis des Menschen zu Natur und Raum erkundet die Ausstellung die permanenten Bewegungen, die Entgegnungen und das paradoxe Nebeneinander von sich gegenseitig ausschließenden Positionen im Diskurs um Abstraktion und Gegenständlichkeit. Dieses Ringen um neue Ausdrucksformen und Bildwelten wird beispielsweise deutlich in einer Kontrastierung der Skulpturen von Bernhard Hoetger oder Wilhelm Lehmbruck mit den archaischen Formulierungen von Alexander Archipenko, der auf außereuropäische Sehweisen rekurriert. Es zeigt sich in der Gegenüberstellung strenger Formgebung durch Emy Roeder und der abstrahierenden Gestaltung eines Henri Laurens. In so gegensätzlichen Figurenfindungen wie jenen von Julio Gonzalez, Käthe Kollwitz und Kurt Schwitters zeichnet sich die Verortung von Künstlern während der späten 1930er und 1940er Jahre ab, die in Europa von den Erfahrungen des Kriegs und der Emigration gezeichnet waren. Nach dem Krieg entwickeln sich Visionen der Menschlichkeit und einer neuen Figur in Werken von etwa Hans Arp, Max Beckmann oder Niki de Saint Phalle. Mit der Arbeit von Eduardo Chillida rückt schließlich eine sich auf Räumlichkeit konzentrierende plastische Form ins Zentrum.

 

Gemälde von u. a. Edvard Munch, Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Oskar Kokoschka, Ronald B. Kitaj, Francis Bacon und Jean Dubuffet, deren künstlerische Auffassungen sich in Neuschöpfungen von Welt, Mensch und Raum spiegeln, begleiten und erweitern das chronologisch aufgebaute Kompendium.

 

"Wunderkammer" setzt die vielfältigen künstlerischen Ansätze und Positionen miteinander in Beziehung, mit denen Künstler Figur und Raum als grundsätzliche Themen in der Kunst des 20. Jahrhunderts zu neuen eigenständigen Lösungen geführt haben. Die Ausstellung zeigt, dass diese Themen auch angesichts aller zeitgenössischen Diskurse von fundamentaler Bedeutung geblieben sind.

 

Die Ausstellung wird gefördert von der NordLB.

 

09.07. - 05.10. 2008

Drehmomente

Filme von Dieter Roth

 

DREHMOMENTE
Filme von Dieter Roth

9. Juli bis 5. Oktober 2008

das Sprengel Museum Hannover widmet sich mit der Ausstellung »DREHMOMENTE« den expe-rimentellen Filmen, die Dieter Roth gegen Ende der 1950er Jahre und Anfang der 1960er Jahre in Reykjavík drehte. Einige von ihnen entstanden nach der Vorlage von Filmen, die Roth während seines Aufenthalts in Kopenhagen zwischen 1956 und 1957 geschaffen und kurz darauf zerstörte hatte. Anlass der Ausstellung ist der diesjährige 10. Todestag des in Hannover geborenen, inter-national bedeutenden Künstlers.

Dieter Roth schuf ein facettenreiches Werk, das Gemälde, Grafiken und Zeichnungen, Objekte und Skulpturen, Möbel und Schmuck, Aktionen, Installationen, Editionen, Audio- und Videoarbeiten und nicht zuletzt auch Filme umfasst. Als Künstler, Verleger, Lehrer, Dichter und Kurator seines eigenen Werks, der zwischen Island, Deutschland, England, der Schweiz und den USA pendelte, vereinte er Kunst und Leben auf einzigartige Weise und prägte seine wie auch folgende Künstlergenerationen entscheidend.

Die Filme »Pop 1«, »Dock 1«, »Dock 2«, »Letter« und »Dot« (ca. 8'10'', s/w und Farbe, 1956/1960/ 1961), die 1976 herausgegeben wurden, stehen erstmals im Zentrum einer Ausstellung. Ihre ungewöhnliche Ästhetik entfaltete sich, ausgehend von der Idee eines »wahnsinnigen Drehmoments«, so Roth in einem Interview 1976, im Zusammenspiel von Bewegung und Licht, in Buchstabenspielen und durch die konkrete Bearbeitung des Filmmaterials.

Für die Filme »Pop« und »Pop 1« nahm Roth von einer fahrenden Straßenbahn die nächtliche Szenerie mit einer um die eigene Achse kreisenden Kamera auf. In »Pop 1« werden die Lichtquellen der Straßen von einer zweiten, intensiveren Belichtung überlagert, die eine von den darunter liegenden Aufnahmen unabhängige Dynamik entwickelt. Für »Dock 1« steigerte Roth das Drehmoment, indem er die Kamera an einer Schnur um seinen Kopf schwang. Auf diese Weise werden die Filmbilder auf Farbfelder reduziert, die wie von Pinselstrichen gesetzt erscheinen.

Gegenüber dieser tatsächlichen Drehung der Kamera entsteht die Bewegung in den Filmen »Dock 2« und »Letter« durch die rapide Abfolge aneinander gereihter Einzelansichten: Während dies für »Dock 2« verschiedenartige Standbilder aus einem Hafen sind, leuchten in »Letter« einzelne Buchstaben vor einem schwarzen Hintergrund in so rascher Folge auf, dass sich der Text, den sie bilden, bei normaler Abspielgeschwindigkeit nicht lesen lässt.

Für »Dot« schließlich bearbeitete Roth das Filmmaterial mit einer Lochzange. Das so durch die unterschiedlich großen Löcher hindurch brechende Licht wird zum immanenten Bestandteil des Werks.

Den Filmen werden in der Ausstellung kinetische Objekte, grafische Arbeiten, Zeichnungen, Künstlerbücher und Stempeldrucke der 1950er bis 1970er Jahre gegenüber gestellt. Auf diese Weise zeigen sich konzeptuelle, ästhetische und formale Beziehungen zwischen Film und bildneri-schem Werk wie auch die konsequente Weiterführung der Idee, virtuelle Bewegung im Bild darzu-stellen.

Die prozessuale Bilderfahrung, die Roth in den Filmen zu einem ersten Höhepunkt führte, setzte im grafischen Bereich gegen 1954 ein. In der Auseinandersetzung mit den Züricher Konkreten, u. a. mit Max Bill und Camille Graeser, entstanden grafische Arbeiten und Skulpturen, in denen sich Roth mit optischen Effekten und virtuellen Licht- und Bewegungsphänomenen beschäftigte. Mit der Provokation des Auges durch schnelle Bildwechsel, Überlagerungen, Bewegungen und Lichteffekte ließ Roth in seinen Filmen die plane Fläche seiner frühen Arbeiten hinter sich.

 

 

Die Ausstellung im Sprengel Museum Hannover ermöglicht es, die vielfältigen Beziehung zwischen den Filmen und bildnerischen Werken in Dieter Roths Werk nachzuvollziehen. Zur Ausstellung erscheint eine Broschüre.

Im Rahmen der Ausstellung findet am Sonntag, 7.9.2008, 11.15 Uhr, ein Gespräch mit Dr. Dirk Dobke, Direktor der Dieter Roth Foundation, Hamburg, statt. Im Anschluss wird der Film »Dieter Roth« von Edith Jud gezeigt.

Vom 2.8. bis 21.9.2008 präsentiert die Stiftung Ahlers Pro Arte/Kestner Pro Arte die Ausstellung »Emmett Williams. Ein Berliner Amerikaner«. Unter dem Titel »Dieter Roth und Emmett Williams« bieten das Sprengel Museum Hannover und die Stiftung Ahlers pro Arte/Kestner Pro Arte Kombi-führungen durch beide Ausstellung an.

 

 

 

Rahmenprogramm

23.8.2008 und 20.9.2008: Kombiführung »Dieter Roth und Emmett Williams«, jeweils
14.00 Uhr: Stiftung Ahlers Pro Arte/Kestner Pro Arte, Warmbüchenstr. 16
16.30 Uhr: Sprengel Museum Hannover
Eintritt: 10 ¤, ermäßigt 5 ¤

7.9.2008, 11.15 Uhr: Sonntagsmatinee zu Dieter Roth
Isabelle Schwarz im Gespräch mit Dr. Dirk Dobke, Direktor der Dieter Roth Foundation, Hamburg
12.00 Uhr »Dieter Roth«, ein Film von Edith Jud, 2004, Farbe, 115 Min.
Der Film zeichnet, ausgehend von Werken, Dokumenten und Gespräch mit Freunden, ein Porträt des Künstlers und Menschen Dieter Roth.
Eintritt: 5 ¤, ermäßigt 3 ¤

30.9.2008, 18.30 Uhr: Avantgarde im Film
Filmvorführung mit anschließender Führung durch die Ausstellung "DREHMOMENTE"
Man Ray, »La retour à la raison«, 1923 (2`)
Fernand Léger & Dudley Murphy, »Le ballet méchanique«, 1924 (14')
Einführung: Isabelle Schwarz

 

Workshops für Kinder

Achtung Aufnahme!
Auch Künstler machen Filme. Dass diese ein bisschen anders sein können, schauen wir uns im Sprengel Museum Hannover an und greifen anschließend selbst zur Kamera. Mit Jennifer Köther
Für Kinder ab 9 Jahren.
Termin: 29., 30. und 31. August 2008
Freitag 15-16.30 Uhr, Samstag und Sonntag 10-12.30 Uhr

Buchstabensalat
Wir kritzeln, dichten, malen, bedrucken, reißen, schlitzen und kleben. Experimentieren mit Papier.
Mit Gisela Deutsch
Für Kinder ab 7 Jahren
Termin: 4., 11., 18. und 25. September, 15-16.30 Uhr

Kursgebühr: 16 ¤,
Teilnahme pro Tag: 5 ¤
Anmeldung: Telefon (0511) 168 - 4 62 17

 

 

Eröffnung der Ausstellung: Dienstag, 8. Juli 2008, 18.30 Uhr.

 


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in 2003

in 2004

in 2005

 

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