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Pinakothek der Moderne
Barerstrasse 40
80333 München
Tel. 089 - 23805-360, - 0; Fax - 312
Di - Do 10 - 17 Uhr, Do und Fr zusätzlich bis 20 Uhr
info@pinakothek-der-moderne.de
www.pinakothek-der-moderne.de
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
Juni - September 2009
Mini - 50 Jahre Zukunft
Der MINI ist das einzige Produkt, mit dem man sich anzieht.
(Gert Hildebrand, MINI Chefdesigner)
Das revolutionäre Design in den 1950ern brachte den Stein ins Rollen
ein unaufhaltsamer Siegeszug. Jahrzehntelang erfüllte und übertraf der
MINI das Begehren seiner Liebhaber/innen und das wird er zweifellos
auch in den zukünftigen fünfzig Jahren tun
Die Ausstellung der Neuen Sammlung The International Design
Museum Munich ist bewusst nicht auf historische Entwicklungen
begrenzt, sondern zeigt verschiedenste Designaspekte rund um das
Kultauto wie »Creative Use of Space«, »Die Fünf Sinne«, MINI Community
und Kommunikationsdesign. Ein weiterer Schwerpunkt gilt interaktiv
dem Blick auf Tendenzen der Zukunft.
In Kooperation mit MINI.
GRAPHIK
16.07 - 27.09.2009Herman Obrist
Skulptur | Raum | Abstraktion um 1900
Der Bekanntheitsgrad der Werke von Hermann Obrist (18621927) steht in keinem Verhältnis zur ihrer kunsthistorischen Bedeutung. In München begründete der gebürtige Schweizer in den 1890er Jahren die deutsche Variante der Jugendstilbewegung, die anspruchsvolles Handwerk der angewandten mit den ästhetischen Ansprüchen der freien, bildenden Kunst verschmolz.
Darüber hinaus aber schuf Obrist mit seinen Brunnen und Grabmälern die ersten abstrakten Skulpturen, die in der Verbindung von organischen und anorganischen Strukturen eine ganz eigene Sprache entwickeln, die nicht mit dem Schlagwort Jugendstil erklärt werden kann.
Neben der Rekonstruktion dieses heute weitgehend unbekannten Werks zeigt die Ausstellung zudem, dass Obrists Idee, Bild und zeitgenössische Wissenschaft zu verknüpfen, große Aktualität für Kunst und Wissenschaft unserer Tage hat. Auch in der zeitgenössischen Kunst wird heute dieser Brückenschlag zur Wissenschaft gesucht. In seiner Auseinandersetzung mit der Fotographie ging Obrist zudem über den traditionellen Begriff des Bildhauers hinaus und erschloss paradigmatisch neue Wege für die Kunst des 20. Jahrhunderts.
In dieser Ausstellung werden erstmals die Nachlassteile aus der Staatlichen Graphischen Sammlung München und der Kunstgewerbesammlung des Museums für Gestaltung Zürich im Museum Bellerive zusammengeführt und damit das Gesamtwerk des Zeichners, Bildhauers und Theoretikers greifbar. Darüber hinaus führen wichtige Zeitgenossen und Freunde wie August Endell, Henry van de Velde und Rudolf Steiner das Umfeld von Obrists Kunst vor Augen.
Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Obrist bei der »Ausstellung für unbekannte Architekten« des »Arbeitsrats für Kunst« in Berlin 1919. Obrist wurde hier als Vaterfigur einer jüngeren Generation von expressionistischen Architekten und Bildhauern aufgenommen. Ein Ausblick auf Werke von Rudolf Belling, Hermann Finsterlin, Wenzel Hablik, Hermann Poelzig und Buno Taut schließt daher gemeinsam mit den abstrakten Skulpturen Obrists die Ausstellung ab. Die biomorphen Strukturen von Hermann Obrists kaum bekanntem bildhauerischem Werk werden in der Pinakothek der Moderne ihre Aktualität für die zeitgenössische Skulptur und Architektur beweisen können.
Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Museum Bellerive, ein Haus des Museums für Gestaltung Zürich, organisiert und zuvor dort gezeigt. Ein begleitendes Buch (deutsch-englisch, 248 Seiten, 180 Abbildungen, Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich, 40 Euro in der Ausstellung, 49 Euro im Buchhandel) veröffentlicht erstmals die Nachlassteile in Zürich und München.
Kuratorium: Eva Afuhs, Zürich | Andreas Strobl, München | Viola Weigel (Konzept), Zürich/Wilhelmshaven
Ein öffentliches Symposium in der Pinakothek der Moderne am 18.09. und 19.09. stellt die Facetten des Werks vor und bietet die Möglichkeit, Obrists Position in der Geschichte der abstrakten Skulptur zu diskutieren. Vortragende: Hubertus Adam (Zürich), Bernd Apke (Gütersloh), Erich Franz (Münster), Christa Lichtenstern (Berlin), Forschungsprojekt »Hermann Obrist im Netzwerk der Künste und Medien um 1900« (Zürich).
Pressemitteilung
Forschungsprojekt
Die staatlichen und städtischen Museen in München starten zum 1. Juni 2009 ein von der Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung in Berlin bundesweit erstmalig gefördertes Kooperationsprojekt mit dem Thema: Das Schicksal jüdischer Kunstsammler und Händler in München 1933-1945.
Das Projekt wird bearbeitet von Dr. Vanessa-Maria Voigt, Autorin des Buches über die Sammlung Sprengel von 1934 bis 1945, zuletzt für die Stadt Hannover tätig, und Horst Kessler M.A., bekannt als Autor über Karl Haberstock und Provenienzforscher für die Kunstsammlungen und Museen der Stadt Augsburg. Die Projektleitung liegt bei Dr. Andrea Bambi, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Dr. Irene Netta, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Bernhard Purin, Direktor des Jüdischen Museums. Das Forschungsprojekt ist für voraussichtlich drei Jahre angelegt.
Im Winter 1938/39 beschlagnahmte die Geheime Staatspolizei München im Rahmen der so genannten »Judenaktion« Kunstwerke aus jüdischem Privatbesitz. Diese wurden zunächst im Bayerischen Nationalmuseum und im Münchner Stadtmuseum deponiert, dann an die Pinakotheken, die Graphische Sammlung, das Nationalmuseum, das Münchner Stadtmuseum und die Städtische Galerie verteilt. Die jeweiligen Direktoren schätzten den Wert der Kunstwerke, die erfolgten Zahlungen standen jedoch den Eigentümern nicht mehr zur Verfügung, da die NS-Gesetze ihnen keinerlei freie Verfügung über ihr Vermögen mehr erlaubten. Nach Kriegsende fand man die Kunstwerke zusammen mit denen der bayerischen Museen in den Bergungsorten auf. Von dort wurden sie von den Alliierten an die Central Collecting Points in München und Wiesbaden verteilt und so weit möglich an die rechtmäßigen Eigentümer bzw. deren Rechtsnachfolger restituiert.
Auf Basis der im Münchner Stadtmuseum 2007 aufgefundenen Beschlagnahmungslisten von 1938/39 und der im so genannten ALIU Report (Art Looting Investigation Unit, Final Report, Washington 1. Mai 1946) erfassten Namen von Kunstsammlern und Händlern jüdischer Herkunft soll dieses Kapitel jüdischen Lebens in München erschlossen werden. Ziel des Forschungsprojekts sind Kurzbiografien der bislang circa 70 Sammler und 30 Händler, die Identifizierung ihres Kunstbesitzes sowie die Beschreibungen der Kunsthandlungen. Historisch bedingt hatte die Mehrzahl der Münchner Kunsthändler seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen jüdischen Familienhintergrund. Bekanntere Namen sind die von Otto Bernheimer, Heinrich Thannhauser und Fritz und Hugo Helbing. Die Kunsthandlung der letzteren wurde »arisiert« und weitergeführt. Heinrich Thannhauser verstarb 1934, sein Sohn musste das nationalsozialistische Deutschland verlassen und emigrierte 1939 von Paris aus in die USA, wo er sich in New York eine neue Existenz aufbaute. Sehr ausführliche Forschungen wiederum existieren beispielsweise zu den Sammlungen von Alfred Pringsheim und Siegfried Lämmle. Wer aber waren Siegfried und Johanna Adler, Julius Davidsohn und Margarethe Katzenstein, um nur einige der 70 Namen zu nennen, deren Sammlungen im Dezember 1938 beschlagnahmt wurden? Und woher stammten die präzisen Informationen, mit denen die Sammlungen aufgespürt werden konnten? Diesen Fragen stellt sich das Projekt und wird so auch die Sammlungsgeschichte der beteiligten Häuser und deren Erwerbungspolitik erhellen.
Beteiligte Museen sind die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, das Jüdische Museum München, die Städtische Galerie im Lenbachhaus, das Münchner Stadtmuseum, das Museum Villa Stuck, das Bayerische Nationalmuseum und die Staatliche Graphische Sammlung.
DIE SAMMLUNG DES ARCHITEKTURMUSEUMS DER TU MÜNCHEN WIRD DIGITALISIERT
Der enorme Archivbestand des Architekturmuseums mit Dokumenten aus dem 16. Jahrhundert bis heute ist das historische »Gedächtnis« der Fakultät für Architektur und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Architektur. Kontinuierlich wachsen die Bestände durch die Übernahme von Nachlässen bedeutender Architekten weiter an. Heute umfasst das größte Spezial- und Forschungsarchiv für Architektur in Deutschland ca. 500.000 Zeichnungen und Pläne von annähernd 700 Architekten, über 100.000 Originalphotographien sowie eine Vielzahl an Modellen und Archivalien. Die Spannweite an Arbeiten namhafter Architekten reicht von Balthasar Neumann bis Le Corbusier und von Leo Klenze bis Peter Zumthor.
Das Architekturmuseum und die Universitätsbibliothek der TUM starten, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), ab Juni 2009 die Digitalisierung der Plansammlung des Archivs. Das DFG-Projekt trägt dazu bei, die wertvollsten Planbestände des Architekturmuseums zu sichern, ihre Verwaltung zu erleichtern und durch eine hochauflösende Digitalisierung, Erschließung und Online-Präsentation für Forschung, Lehre und Öffentlichkeit optimal zugänglich zu machen. Während der zweijährigen Projektlaufzeit werden die erstellten Digitalisate kontinuierlich in die Datenbank eingebunden. Eine Auflistung des Inventars ist ab sofort unter http://www.architekturmuseum.de abrufbar.
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